Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus
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Eisenköche

Nachts liege ich wach, das Fenster offen, erdgeschossoffen, ja, sollen sie doch alle reinkommen, alle eindringen, das laute Gesindel, die Sommergeräusche. Dieser nicht allzu ferne Bautrupp, der in der Nacht monströse Schubladen aufzieht, der Kästen gusseisern übereinander stapelt, als wäre es Luftschokolade.

Unterm Flutlicht schütten die Malocher in Warnfarben einen Bahndamm auf, unterfüttern, verlegen, elektrifizieren, rühren im Schotter wie Eisenköche es tun in einer nicht weit entfernten Grossküche: IST DAS EIN LÄRM IN DER NACHT! Als würden amalgane Füllungen riesiger Zahnarztpatienten zu Boden klickern!

Ein ständiges Kegeln Kacheln
Trillern Pfeifen
Zuschlagen

Kaum drei Kilometer entfernt: schwenkt der Bautrupp die grosse Kelle, backt unter Flutstrahlern die Gleise zurecht, quietscht der Schwenkkran durch die Dunkelheit, verteilt das Echo auf uns Anwohner, die schon auf Nachtnerven kriechen, die nicht mehr träumen seit Tagen und Nächten, WEIL MAN NICHT ENTFLIEHEN KANN diesen wie verzögert abgefeuerten Maschinensalven!

Im Widerhall der eisernen Stunden arbeitet die Nacht, produziert Gleise, kassiert die Ruhe ein wie ein Schaffner, während ich im Bett aufgestützt eine selbstgedrehte Nachtzigarette rauche, die letzte, die leise ihr Papierchen in meine Lunge brennt.

21.3.13 15:53
 
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