Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus
  Startseite
  Über...
  Archiv
  Datenschutz
  Impressum
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Links
   
   Wer war 500beine
   Glumm auf Wordpress
   Susanne Eggerts Citronenbusen
   Blogroll
   Twitter 500beine

kostenloser Counter



https://myblog.de/500beine

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Das Interview: Glumm befragt 500beine und umgekehrt aber auch

Glumm: "Mal ehrlich, 500. Ist das Bloggen nicht gegessen? Dein Bloggen? 500beine als Blog? Ist dein Zenit nicht langsam überschritten?"

500beine: "Du willst was auf die Fresse, ja?! Willst du was auf die Fresse??"

Glumm: "Ach komm - du warst nie ein echter Blogger, und du wirst nie ein echter Blogger sein. Dir fehlt die Seilschaft, die jeden echten Blogger auszeichnet. Dieses ganze Kommentierst du bei mir, dann kommentiere ich bei dir, dieses Verlinkst du mich, verlinke ich dich, diese ganze Kacke, die man braucht, um einen Blog in die Höhe zu schwindeln. Ausserdem gibt es keine Bilder bei dir. Keine Filmchen. Immer nur.. Worte. Auf grauem Grund."

500beine (weinerlich): "Aber es hat doch die ganze Zeit gut funktioniert. Warum funktioniert es jetzt nicht mehr?

Glumm: "Weil alles seine Zeit hat."

500beine: "Dann ist das Gequatsche vonwegen fehlender Seilschaften.. nur Gequatsche?"

Glumm: "Tja. Sieht so aus."

500beine: "Dann noch mal von vorn. Was mit mir los ist? Ich weiss nicht genau. Aber die Texte beginnen mich zu langweilen. Sie werden schlechter."

Glumm: "Woran liegt das? Und was bedeutet 500beine wirklich?"

500beine: "Erstens: Nach drei Jahren Bloggen und immer noch kein Buch in Sicht fehlt zunehmend die Motivation. Zweitens: Glaubst du ernsthaft, auf läppischen zwei Beinen noch was reissen zu können heutzutage? Da bricht man doch ruck zuck zusammen."

Glumm: "Hm.. gut. Aber warum gleich 500?"

500beine: "Weil die 500 magisch ist. Man nennt sie auch den Fiat unter den magischen Zahlen. Wie die 11 Stan Libuda darstellt, und die 40 das Ali Baba Prinzip. Nur eben höher. Hängt die Zahl höher! Das war der eigentliche Titel."

Glumm (stöhnt): "So, jetzt aber.. Was ist mit dem Buch? Warum gibt es das immer noch nicht? Ein Buch mit Stories von Andreas Glumm?"

500beine: "Das fragst du mich?!"

Glumm: "Ja."

500beine: "Na, ein Buch auf den Markt zu bringen war bis zuletzt das Ziel dieses Blogs, richtig. Und es hätte ja auch beinahe geklappt."

Glumm: "Ach ja? Schiess los."

500beine: "Ein großer Verlag wollte einen Roman von mir rausbringen."

Glumm: "Ein großer Verlag? Hey, du bist ja vielleicht ein Hecht! Und dann noch einen Roman! Wann hast du den Roman geschrieben?"

500beine: "Nee, eben nicht. Ich hab keinen Roman geschrieben. Die Lektorin meinte, wir basteln uns eine Rahmenstory, und da betten wir deine Stories einfach ein."

Glumm: "So einfach?"

500beine: "Ja. So einfach. Und das hat zu Beginn auch gut geklappt. Etwa 100 Seiten lang. Es hat ihnen gut gefallen.."

Glumm: "..ihnen?"

500beine: "..der Lektorin, der Programmchefin und der Verlegerin vom Verlag, großen Verlag, einem der grössten Verlage. Der Vertrag war quasi unterschriftsreif. Es schien nur noch Formsache zu sein."

Glumm: "Und dann? Was geschah dann? Hast du der Programmdirektorin beim Geschäftsessen..? Und ihre Stiefschwester und den Ex-Ehemann gleich mit.. ?"

50-Obeine: "Ich hab vorschnell die nächsten 100 Seiten weggeschickt. Und die waren nicht so gut in Form wie die ersten 100. Da fing sie an zu mäkeln."

Glumm: "Sie?"

500beine: "Ja, die Hafenmeisterin. Die Lektorin. Plötzlich gefiel ihr meine Sprache nicht. Fäkalsprache, sagte sie. Zu oft aufs Klo. Und ich würde mich wiederholen. Sie war plötzlich sehr unzufrieden. Ungehalten. Ich sollte die Drogengeschichten weglassen. Das würde nicht ins Konzept passen. Aber am schlimmsten schien das mit der Fäkalsprache zu sein. Das können wir unserer Leserschaft nicht zumuten, sagte sie."

Glumm: "Na, dann hättest du es halt ein bißchen entschärft. Was wäre daran so schlimm gewesen?"

500beine: "Geht nicht. Geht nur ganz - oder gar nicht. Ich glaube, sie wollte von Anfang an nur die Geschichten mit der Gräfin, Frau Moll und mir. Die eher Happy go lucky sind. Aber so funktioniert das nicht. Ich will beides drin haben in dem Buch. Humor, Tragik. Die ganze Gosse. Wenn ich mich ein Mal auf einen Kompromiss einlasse, zugunsten des Erfolgs, bin ich verloren. Das kann man nicht mehr gut machen."

Glumm: "Die Sache ist also gegessen?"

500beine: "Ja."

Glumm: "Moment! Dann sind ja jetzt schon zwei Sachen gegessen. Der Blog, und das Buch. Logisch, dass du nicht mehr hungrig bist. Du bist ja nur am essen."

500beine: "Na, das mit dem Blog haben wir noch nicht richtig besprochen, aber eigentlich hast du recht. Was den Blog betrifft. Das wird wohl noch ne Weile weiterlaufen, wie ich in meinem Leben die Dinge schon immer überdehnt hab. Wenn es eigentlich schon ausgereizt ist, noch ne Schippe draufpacken, bis alle nur noch gähnt.."

Glumm: "Hast du dich vielleicht schon mal gefragt, woran das liegt?"

Glumm: "Nee."

Glumm: "Warum bringst du das Buch nicht selber raus, im Selbstverlag? Eine Kurzgeschichtensammlung. Oder du kniest dich noch mal rein in das Romanprojekt. Wenn es über 100 Seiten gut funktioniert hat, sind auch 300 drin. Ohne Kompromisse. Nur wie du es willst. Nach deinem Gusto."

500beine (kokett): "Keine Kohle."

Glumm: "Du immer mit deiner keine Kohle. Für andere Sachen hast du genug Kohle. Oder nicht. Und was ist mit anderen Verlagen? Muss ja nicht gleich ein großer sein."

500beine: "Große Verlage, kleine Verlage, es macht keinen Unterschied. Man muss sich das so vorstellen: Es gibt zigtausende von Schreibern in diesem Land. Sie bilden ein großes Meer, und ihre Manuskripte sind die Schiffe, die in den Hafen einlaufen wollen, und die Häfen sind die Verlage. Aber da ist der Hafenmeister vor. Die Lektoren. Die prüfen die Schiffe auf Tauglichkeit. Ob sie leck sind. Frisch lackiert. Schon dabei fallen die meisten Schiffe durch und müssen umkehren, zurück aufs offene Meer, wo sie absaufen, ein Schiff nach dem anderen. Der Meeresgrund ist übersät mit nicht gelesenen Manuskripten. Beim Rest der Schiffe werden die Papiere geprüft, aber nur wenige, ganz wenige, dürfen ihre Ladung auch löschen."

Glumm: "Dann sind die Lektoren die wirklichen Machthaber in den Verlagen?"

500beine: "Na, jedenfalls, an ihnen muss man erst mal vorbeikommen, ja. Aber selbst wenn man das geschafft hat, ist man sie immer noch nicht los."

Glummi: "Stimmt es denn, dass Hafenmeister schlecht hören können?"

500beine: "Ja, das ist richtig. HE, MEISTER! ICH HAB VOLL DIE BUCHSTABEN AN BORD! ruf ich immer. Aber die Herren Hafenmeister, die immer Frauen sind, tun so, als hörten sie nicht. Als wär ich gar kein Schiff mit Hupe. Dabei hätten ihre Arbeitgeber hübsch was zum Verbreiten im ganzen Land, liessen sich mich nur anlegen am Kai und die zehn Tonnen Gosse und Salto Mortale Silben abladen. Ja, die meisten Hafenmeister werfen nicht mal einen Blick auf die Papiere. Vielleicht hab ich auch die falschen Sachen an Bord, und die Hafenmeister sehen das meinem Schiff schon an der Mastspitze an. Mag sein. Ich weiss es nicht."

Glumm (gereizt): "Sei doch mal ein bißchen gewitzter, Mensch. Es gibt noch andere Wege um in einen Hafen zu kommen.."

500beine (beugt sich neugierig vor, wobei 500 Fußkettchen konzertant klimpern): "Nämlich?"

Glumm: "Tarne dich."

500beine: "Tarnen? Wie, tarnen?"

Glumm: "Na. Als U-Boot."

500beine: "Du meinst, wallraffen?"

Glumm: "Nein, glummen. In der Nacht, bei sonorem Vollmond, ein deutsches U-Boot.."

500beine (begeistert): "Ich fahr schon mal vor."

Glumm (begeistert): "Ich komm nach."
15.5.08 17:17
 
s



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung