Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus
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1868

Es ist schon eine ganze Weile her, da kam regelm?ssig dieser Russe ins Mumms gerauscht. In seinem schweren Armeemantel, dem langen grauen Vollbart und den wuchtigen, wie zu einer Br?cke zusammengewachsenen Augenbrauen, die Nase ein Betonpfeiler, erinnerte er an Solschenyzin, den Schriftsteller, also nannten wir ihn so, denn niemand kannte seinen wirklichen Namen.

Er war Schachspieler bei 1868 Solingen. Schachspieler reden kaum ein Wort. Daf?r hatte er st?ndig eine Zigarre und ein grosses Glas Altbier in Arbeit, er l?chelte sein Russenl?cheln, unerm?dlich, geheimnisvoll. Sperrte er den Mund doch einmal auf, dann nur f?r einen einzigen Satz:
"Immer gut rauchen", prostete er uns zu, "und Mathematik!"

Da Solingen eine Schachstadt ist, der Club 1868 ist deutscher Abonnementmeister im Vereinsschach, ist man hier merkw?rdige
Figuren gewohnt, die nichts anderes im Kopf zu haben scheinen als spanische Spieler?ffnungen und Springertausch, doch Solschenizyn war ein Unikum.
Keiner kannte ihn, jeder mochte ihn.
Selbst seine faulen Z?hne und die triefenden Nikotinfinger fielen nicht ins Gewicht.

Eines Tages tauchte er nicht mehr auf, war fort. Niemand wusste etwas. Die Wetten im Mumms liefen auf Lungenkrebs oder Schachturnier. Fifty-fifty.
2.8.05 14:22
 



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