Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus
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Auf den Feldern und im Park

Bei der Gräfin ist alles ein bißchen anders. Ist es draußen 35 Grad heiß, steht sie in der Küche am Backofen und kocht Lasagne, regnet es in Strömen, geht sie drei Stunden lang mit dem Hund spazieren. Am liebsten auf den weiten Feldern oben am Theegarten, ihrem windigen Ersatz-Holland. Auch wenn ein Amerikaner zu den Anhöhen sagen würde:

Oh, what a nice kräutergärtlein..!

„Ich werde hier immer glücklich. Alles ist weit, alles ist möglich“, sagt sie. "Und der Wind, der hier oben weht, riecht nach Nordsee. Und das Geraschel in den Holundersträuchern nach Campingplatz.“

„Ihr Bobtail ist aber schon alt“, meint ein dicker Mann, dem sie auf dem engen Feldweg begegnet, als der Regen aufhört und sie heim will.

„Der ist nicht alt und auch kein Bobtail“, sagt die Gräfin,
„und außerdem ist es eine Sie und kein Er.“

„Na denn“, sagt der Alte missmutig.

Frau Moll sitzt bettelnd vor ihm. Hunde sind kalte Genossen. Da kann die eigene Mutter totgeschlagen werden, und der Hund reicht dem Täter noch das Pfötchen: „Guten Tag. Haben Sie ein Leckerchen?“

Bobtail ist natürlich Blödsinn. Frau Moll ist ein Hütehund, der im Dezember 2007 vier Jahre alt wird. Sie ist früh ergraut und allmählich wechselt ihre Fellfarbe ins Weiß: Anstreicherweiß. Und tropfen tut sie auch. Allerdings in rot.

"HE, DU ALTE BLUTMASCHINE!!"

Ich bin fassungslos. Ich meine, dass Frau Moll heiß ist, das ist nichts besonderes, so ist das, wenn man eine Hündin hat, tröpfelt sie eben ein paar Tage lang die Hütte voll und markiert draußen alle naselang geheime Stellen-Angebote: Rüde gesucht. Aber wenn ich mein Zimmer betrete, eine Art Kinderbüro mit Steuerfahnderschreibtisch und Rechner, möchte ich kein freches Aas mitten im Raum stehen sehen, das mir ihren heißen, nackten Hintern entgegenstreckt.

"GRÄFIN! DIE BLUTMASCHINE BAGGERT MICH AN!"

Zwar ist Frau Moll empfängnisbereit nur an ein oder zwei Tagen während der dreiwöchigen Hitze, es reicht aber um die Rüden der Nachbarschaft um den Verstand zu bringen.
Gestern, auf dem dunklen Poussier-Weg in den Anlagen. Zunächst hat Frau Moll Mühe, den Beagle abzuwehren, der wie ein Totschläger hinter ihr her watschelt und beinah über die eigene Erektion stolpert, und gegen halb Acht kommt Müller um die Ecke. Müller, ein einjähriger Schäferhundmischling mit wildem schwarzen Fell, wie verfilzte Tischtuchbommel hängen die Haare an ihm runter.

Eine Weile springen Frau Moll und Müller sich gegenseitig an, verspielten Bergziegen gleich, bis der junge Rüde plötzlich von Frau Moll ablässt und aufmüpfig Runden dreht auf der abendlich dahindämmernden Wiese. Schliesslich verlieren wir ihn aus den Augen. "MMMÜLLAAAH!!" ruft sein Frauchen besorgt, als ich hinter mir plötzlich ein Schnauben verspüre, und rumms!! rammt mir jemand seinen harten Sattel in den Schritt! Zack! Von hinten! Ich steh da. Verdattert, einen Tour de France- Rennsattel im Arsch.

"Ist das normal jetzt?" steigt meine Stimme in Frequenzen hoch, die sonst nur Tieren zugänglich ist.

"Irgendwo hat der Müller seine Schnauze immer drin!" giggelt sein Frauchen und packte ihn am Halsband. "Pfui, Müller! Das ist pfui!"

Das hätte man aber auch netter sagen können, hör mal!
3.1.18 17:47
 
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