Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus
  Startseite
  Über...
  Datenschutz
  Impressum
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Links
   
   Wer war 500beine
   Glumm auf Wordpress
   Susanne Eggerts Citronenbusen
   Blogroll
   Twitter 500beine

kostenloser Counter



https://myblog.de/500beine

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Neuer Deutscher Humor

Neuer Deutscher Humor?! Was soll das denn sein? meint die Gräfin.

Auf einer unreifen Bio-Banane ausrutschen?

*


 Das ist die Schale einer Bio-Mandarine.

*


 Das auch.

1.3.13 10:00


Was war das noch mal mit den 10 Minuten Gutdraufsein am Tag?

Was ich auch tue, es ist ziemlicher Blödsinn alles, der grösste Blödsinn jedoch sind all die Dinge, die ich nicht tue.

*

Da ackert man sein Leben lang 50 Stunden die Woche und endet doch als Skelett im Erdboden, da kann man sich auch gleich auf die faule Haut legen und ab und an schön einen fahren lassen, bleibt eh das gleiche.

*

Vor Hunderttausenden von Jahren stellte der Herrgott die Haus- und Hof- und Hütehunde der Welt vor die Wahl: Wollt Ihr die Sprache der Menschen lernen, um sie besser zu verstehen? Und alle Hunde so: NEIN! BLOSS DAS NICHT! WEG HIER!

*

Wer mit 10 Minuten Gutdraufsein am Tag auskommen muss, weil sein Dopamin-Haushalt einfach nicht mehr hergibt, der ist ständig auf der Hut, dass ihm die 10 Minuten nicht auch noch durch die Lappen gehen. Das wäre dann echt ärgerlich.

*

"Verdammt! Was ist denn hier los?!! Wo denk ich überhaupt rum??"

(Mitsubishi Boy)

*

Mittags im Park. Ich sitz auf der Bank, die Sonne ist draussen, der Hund hat sich eingerollt.

Kommen zwei Jungs daher, richtige Picos, vielleicht sechs Jahre alt. Einer heisst Francesco und trägt Brille, der andere ist blond und würde aus Francesco am liebsten eine Menschenpizza machen, mit kaputter Brille, platter als ein Foto oder eine Briefmarke.

Da muss auch Francesco lachen.

"Frisst dein Hund auch Äpfel?" will er wissen.

"Ach was", sag ich, "nur Knäckebrot."

"Iiih", rufen beide, "Knäckebrot schmeckt fies!"

"Wie Staub aus Knödeln", meint der Blonde.

"Ich mag nur Fisch", verrät Francesco, "und Reis, alles mag ich. Aber nicht Spinat. Du auch nicht?"

Der blonde Junge: "Spinat! Spinat! Spinat kommt hinten heraus, wenn man Durchfall hat!"

Womit wir beim Thema wären.

"Sagt mal, habt ihr beiden Hübschen denn schon mal aus dem Hals geschissen?" frag ich, und die Picos kriegen sich nicht mehr ein vor Lachen. Ich höre sie noch "..aus dem Hals ha ha.." krakeelen, bis sie Richtung Baumstrasse aus dem Park verschwinden.

*

Liften lassen und Abi machen, dann kann man noch mal anfangen mit dem Leben und nichts, aber auch gar nichts, anders machen als jetzt.

 

*

 

 


13.3.13 12:28


Die Gräfin über die Ferres, ich über Military Benz, wir über Chancen

Veronika Ferres? Also ich weiß nicht. Da hat ja ne Kuh mehr Mimik beim Wiederkäuen.

*

Walnussöl und Himbeeressig diktierte sie den Einkaufszettel für den Bioladen. Ungeniert und schwerfällig verstand ich mit halbem Ohr.

(Aus der Reihe: Beinah kaum falsch)

*

Gleich auf Seite 2 eine dicke doppelseitige Anzeige für den neuen Mercedes CLS 63 AMG Shooting Brake. SHOOTING BRAKE. Jagdwagen. Nun bewegen sich die Menschen zunehmend in der Öffentlichkeit, als wären sie in Feindesland unterwegs, da kann man ein neues Modell ruhig Jagdwagen taufen, Schusskiste, keine Thematik, dafür ist der neue Benz wie gemacht. Ein Wagen, mit dem man in den Krieg zieht. Die Fensterscheiben Sehschlitze, nach vorn gebürstete Silhouette, auf Sternrädern unterwegs: Es ist, als steige man in einen Bunker der Effizienzklasse F. Als drohe jederzeit ein Luftangriff, und da zieht man es vor, schnittig in die Schlacht zu ziehen. Die niedrige Dachlinie hilft, dem Feind wenig Angriffsfläche zu bieten.

Fazit: Insgesamt handelt es sich beim Mercedes Shooting Brake um ein fahrbares Versteck, um den Military Benz, den Bunkermercedes.

Bleibt die Frage, ob nur bei Sondermodellen der Wagenboden stahlverstärkt ist gegen ferngezündete, in der Strasse verbuddelte Taliban-Sprengsätze, oder ob man da besser einfach Gas gibt wie Hulk bei Grün.

*

Du ziehst den Löffel Honig aus dem Glas wie ein langes blondes Haar. Wie lecker.

 - Die Gräfin -

*

Es passiert schon mal, dass sie früh um vier, halb fünf auf dem Weg zum Klo Frau Moll begegnet, unserer 9jährigen Mischlingshündin. Das ist ungefähr so, als würde man mitten in der Nacht auf eine einsame Spaziergängerin treffen, sagst du. Man beäugt sich einen Moment in der Dunkelheit, und dann geht jeder wieder seines Weges. Der Hund rotiert zum nächsten seiner drei verschiedenen Schlafplätze, die Gräfin zurück ins Bett.

 *

Jetzt wusste ich auch, warum sich alle Männer, die mir entgegen kamen, so klein machten. So schmal, dass jede Menge Platz blieb auf dem Trottoir, für mich. Es lag nicht nur daran, dass ich meinen morgendlich ausgeruhten Keep looking out for Number One-Gang aufgelegt hatte, ich trug zudem mein militärgrünes Blouson, darunter die Kapuzenjacke, was mich reichlich aufgepumpt wirken liess, die Muskeln gehisst. Obwohl da eigentlich nur Luft drin war, ne Mange Stoff, Polsterung.

Wichtiger war, das hatte ich im Laufe meines Daseins als Mann gelernt, der Gang. Um als Mann in dieser Welt bestehen zu können, musst du an deinem Gang feilen. Es reicht bei weitem nicht, einfach nur zu gehen. Zu gehen, wenn ich das schon höre. Als wäre gehen ein Tuwort wie jedes andere auch, ein xbeliebiges Verb. GANG muss es heissen! Spreche von einem GANG, wenn du deine Beine meinst, nicht vom Gehen. Gang, das geht!

BANGG!!

Befindest du dich als Mann in einem fremden Viertel, Ratingen West, kommt es ganz und gar auf die Beine an. Ob du direkt vermöbelt wirst oder ob du erst mal eine Chance kriegst. Eine Chance. "Die Chancen sind so oder so in der Welt. Wenn du sie nicht nutzt, nutzt sie ein Anderer", lautet eine Weisheit der Gräfin. Also nutze sie. Geh ordentlich, lass knukkern den Fuß. Zeige einen Gang von Welt, und du wirst ernst genommen.

Natürlich, zu derb auf dicke Hose machen ist auch schlecht, wie es überhaupt in diesem ganzen Testosterontowuwabohu darauf ankommt, im richtigen Moment seinen Gang zurückzuschalten bzw. im anderen richtigen Moment: die Schultern breit aussingen zu lassen. Ein kurzer Sololauf, was prägnantes, pam pam pimpanello, so breit müssen Schultern singen. Gesang ist auch ein Gang. Ist doch logisch: Weil Schultern keine Füße haben, müssen sie singen.

An manchen Tagen hab ich einen Gang drauf, als marschiere ich durch tiefen Morast, wobei ich die Schuhe nach hinten wegwerfe, als wolle ich mit nichts auf der Welt noch irgendetwas zu tun haben. Als wolle ich alles, wirklich alles, hinter mir lassen. Und die Brücken, die ich hinter mir abreisse, sollen brennen und mikrofein in den Himmel stauben. Ich mein ja nur. Das gibts eben auch, so Tage. So komische Gangtage.

Als wäre ich meine eigene kleine Gang.

*

Die Chancen sind so oder so in der Welt. Wenn du sie nicht nutzt, nutzt sie ein Anderer.

- Die Gräfin -

19.3.13 12:40


Eisenköche

Nachts liege ich wach, das Fenster offen, erdgeschossoffen, ja, sollen sie doch alle reinkommen, alle eindringen, das laute Gesindel, die Sommergeräusche. Dieser nicht allzu ferne Bautrupp, der in der Nacht monströse Schubladen aufzieht, der Kästen gusseisern übereinander stapelt, als wäre es Luftschokolade.

Unterm Flutlicht schütten die Malocher in Warnfarben einen Bahndamm auf, unterfüttern, verlegen, elektrifizieren, rühren im Schotter wie Eisenköche es tun in einer nicht weit entfernten Grossküche: IST DAS EIN LÄRM IN DER NACHT! Als würden amalgane Füllungen riesiger Zahnarztpatienten zu Boden klickern!

Ein ständiges Kegeln Kacheln
Trillern Pfeifen
Zuschlagen

Kaum drei Kilometer entfernt: schwenkt der Bautrupp die grosse Kelle, backt unter Flutstrahlern die Gleise zurecht, quietscht der Schwenkkran durch die Dunkelheit, verteilt das Echo auf uns Anwohner, die schon auf Nachtnerven kriechen, die nicht mehr träumen seit Tagen und Nächten, WEIL MAN NICHT ENTFLIEHEN KANN diesen wie verzögert abgefeuerten Maschinensalven!

Im Widerhall der eisernen Stunden arbeitet die Nacht, produziert Gleise, kassiert die Ruhe ein wie ein Schaffner, während ich im Bett aufgestützt eine selbstgedrehte Nachtzigarette rauche, die letzte, die leise ihr Papierchen in meine Lunge brennt.

21.3.13 15:53


Die Toten Hosen und ein Pissfleck

Sie sind sich treu geblieben, das ist das beste, was sich über die Toten Hosen sagen lässt. Sie stehen noch immer in Düsseldorf in der Altstadt am längsten langweiligen Tresen der Welt, wacker am grölen, übriggeblieben, ein Pissfleck in der Buxe: Was rund um den Ratinger Hof schon immer leicht mit Anarchie verwechselt wurde.

Aber was solls, ich mag Düsseldorf. Wer Düsseldorf nur vom Hörensagen kennt, der sieht vermutlich die Königsallee vor sich, die Altstadt und dicke fette Nerzmäntel, wer aber wirklich durch Düsseldorf fährt, der fährt durch eine ehrliche grauhaarige Arbeiterstadt.

Ich mag sogar die Toten Hosen, auch wenn ich ihr Vereinsabzeichen, ein Glas Altbier, eher als Gülle betrachte und ihr Männergegröle nicht ausstehen kann.

Kurioserweise mag ich die Hosen genau dafür: für ihr Konzept als Kumpelband. Ich mag selbst die Rivalität zwischen den Hosen und den Ärzten, den Zweikampf der Fans, der mich an den Zweikampf zwischen Sweet und Slade erinnert, zwischen Beatles und Stones, Prince und Michael Jackson, Zündapp und Solo, Rhein und Ruhr. 

Natürlich finde ich die Ärzte tausendmal besser als die Hosen, gegen die Hosen sind die Ärzte ein Ausbund an schöpferischem Witz und musikalischer Eingebung.

Dennoch hab ich kein einziges Album von den Ärzten, aber eins von den Düsseldorfern: Opel Gang. Es war ein Fehlkauf, damals, 1983. Als ich heimkam und die Platte durchhörte, fragte ich mich, was zum Teufel hast du dir da wieder für einen Scheiss gekauft. Ich konnte absolut nichts damit anfangen. Ich fand das Cover sympathisch, und einen einzigen kurzen Song: ÜLÜSÜ, wo es um ein türkisches Mädchen geht, das besser kein türkisches Mädchen gewesen wäre, und das wars dann auch schon.

Und was nun den Pissfleck angeht und das tragische Düsseldorfer Missverständnis von Anarchie und Umsturz: ist längst eingetrocknet. Ist längst Modepissfleck geworden. Und der Manager der Hosen, Jochen Hülder, ist ein alter Solinger, und wenn ich mich recht an ihn erinnre, ein Typ mit garantiert null Pipi in der Unterbuxe. Und das ist ja auch schon mal was.

Bloß - was?

Ach ja, richtig, erfolgreich.

22.3.13 10:24


Vorm Eissalon

Vorm Eissalon steht ein dickes Mädchen. Es hat zwei große Eishörnchen in der Hand, eins links, eins rechts. Vielleicht ist ihre beste Freundin, "hier, halt mal eben", die Treppe runtergelaufen, für kleine Mädchen, könnte sein.

Das Mädchen schleckt selbstvergessen an einem der beiden Hörnchen.

"Wieso isst die zwei Eis?" fragt ein kleineres Mädchen im Vorübergehen seine Mutter.

"Weil die fett ist."

25.3.13 07:14


s



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung