Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus
  Startseite
  Über...
  Datenschutz
  Impressum
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Links
   
   Wer war 500beine
   Glumm auf Wordpress
   Susanne Eggerts Citronenbusen
   Blogroll
   Twitter 500beine

kostenloser Counter



https://myblog.de/500beine

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Total viel Platz

Carpe diem? Ja, von wegen! Lasst doch den armen Tag endlich in Ruhe! Ganz abgekämpft schaut der Kerl schon aus, richtiggehend ausgenutzt.


*
Ich geh mit dem Hund der Cronenberger Strasse entlang, hockt da in der Mittagssone eine fette Kellerspinne an der weiß getünchten Hauswand, wie eine Bulldogge auf dem Sprung, den Kopf zwischen die Schultern gezogen. Sogar Frau Moll bleibt stehen und kläfft wütend den Nebenbuhler an. Hätte ich sie nicht weitergezogen, das wäre in eine böse Beisserei ausgeartet.


*
"Ich muss noch eine Weile rumoren und reifen."

- Die Gräfin -


*
"Ja und? Ich komm doch auch von früher!" sagt sie entrüstet, weil ich mich wundere, dass ihr die Band Geier Sturzflug noch ein Begriff ist.
"Wieso?" entgegnet sie. "Kennt doch jeder."
"Nee, nicht jeder. Bestimmt nicht. Vielleicht früher mal."
"Ja und, ich komm doch auch von früher!"


*
Normalerweise ist die Trommel unserer Waschmaschine mit 3/4 Wäsche von ihr und 1/4 Wäsche von mir befüllt. Ich bin sparsamer mit Wäsche, ich zieh mich seltener um, ich dusche nicht so oft. Ich trage Hosen bis sie nach einer Woche am Leib allmählich ihre Form einbüßen und vom Hintern rutschen. Ich liege hoffnungslos hinten am Waschtag. Ausnahme: Wenn besonders schmutzige Wäsche in die Trommel kommt. Wo man mit Essig ran muss und einer höheren Waschtemperatur. Da bin ich vorne. Da steht es, bei einer 6/6-Auslastung, 5/6 für mich, und 1/6 für sie. Sieg!!


*
"Psst! In mir sprechen gerade mehrere Menschen."
"Ach.. Hast du wieder deine Stimmen an?"


*
Sobald ich das Haus verlasse, ist das Notizbuch griffbereit in meiner Jackentasche. Ich gehe nie ohne Notizbuch aus dem Haus, nicht mal die paar Meter zur Mülltonne oder in der Früh mit dem Hund Pipimachen. Ich hab maßlos Angst davor, das ganze Leben in 2 1/2 Sätzen erklärt zu kriegen und niemand schreibt mit.


*
Mittags im Discounter-Markt, Kasse 1.
Kundin (vor mir): "Na, die Stimme kenn ich doch!"
Kassiererin: "He, Maggie! Was tust du denn hier!?"
Kundin (vor mir): "Na, einkaufen. Und du?"
Kassiererin: "Na, kassieren."

Sie steht vom Stuhl auf, die Kundin beugt sich über den Wechselgeldturm, die Beiden umarmen sich umständlich.

Kundin (vor mir): "Du siehst so wuschig aus. Warst du beim Frisör?"
Kassiererin: "Frisör? Wuschig..? Nö, nicht dass ich wüsste. Aber die wachsen gerade, die Haare."
Kundin (vor mir): "Ach, siehst du. Deswegen so wuschig. Und..? Wohnt ihr noch Nachtigallenweg?"
Kassiererin: "Nee, ich bin ausgezogen. Endgültig."

Während sie redet, nimmt die Kassiererin die Artikel vom Band und zieht sie nacheinander über den Scanner.

Kundin (vor mir): "Was denn!? Endgültig? Ist wahr?!"
Kassiererin: "Ja, da war nichts mehr zu machen. Ich hatte die Nase voll von dem Kerl.. Ich war ja immer an allem schuld. Achtzehn achtundneunzig."

Die Kundin reicht einen 20-Euro-Schein rüber, die Kassiererin gibt Wechselgeld raus.

Kassiererin: "So, bitteschön. Ein Euro zwei zurück."
Kundin (vor mir) : "Danke. Na. Dann machs mal besser."
Kassiererin: "Klar, dafür ist immer Platz."
Kundin (tritt aus dem Kassenbereich): "Was..? Wofür?"
Kassiererin (guckt mich an): "Für besser. Für besser ist immer Platz."
Ich: "Total viel Platz. Hallo."
1.11.11 15:16


Letztens, ich guck in meine Brieftasche, ist die Milliarde weg

Und tags drauf fehlt sogar eine Billion: futsch, einfach futsch. Wenn es sich nicht um Kupfergeld handeln würde, man müsste sich richtig Sorgen machen.


*
Womit man sich so alles beschäftigen muß, bevor man in den Himmel kommt. Mit Hundehaufen zum Beispiel, die einem plötzlich unterm Schuh kleben. Den hier zum Beispiel hab ich nicht gesehen. Es ist noch dunkel am frühen Morgen, als ich in ein seitlich weg-cremendes Etwas trete. Ich tippe sofort auf Leo, Rauhaar-Dackel, Hausnummer 38.

Leo ist in der ganzen Siedlung dafür berüchtigt, sein Herrchen schlecht zu behandeln, wie einen Lakai: Eh, Blödmann, hol mein Bällchen unterm Schrank her, aber zack zack! Leo, dieses frolicfressende kleine Drecksvieh, dessen Kackhaufen hochgepumpten weichen Wackersteinen ähneln.

Als ich nun in ein mutmaßliches Leo-Häufchen trete, kurz nach sieben, rauscht es vor Zorn in meinem Schädel, in einer Lautstärke, als würden hunderttausend Kohlekumpel unter Tage ihre Kündigung erhalten, alle zur selben Zeit aus der Hand von Dieter Bohlen.

Ich sag es euch, Kinder. Ich bin Hundescheisse ziemlich leid.
2.11.11 10:31


Bulldoggen und reiche Leute

Verschiedene Leute in meiner Umgebung, die sich zuvor nicht kannten, haben sich unabhängig voneinander und zur gleichen Zeit eine französische Bulldogge zugelegt. Das erklärt auch, warum mir diese Hunde neuerdings dauernd über den Weg laufen.

Gerade erst hat Frau Moll eine französische Bulldogge angerempelt, schon kommt uns am Sportplatz das nächste Exemplar entgegen, das genauso aussieht, mit kleinen knackigen Hodeneiern. Keinen Hacken Unterschied. Bis auf die Namen. Einer heißt Zeus, einer Jerry, der dritte Stu. Alles Rüden aus demselben Wurf, plus Kimba, der einzigen Hündin, die mit ihren knapp neun Monaten schon trächtig ist und die nächste Ladung kurzatmiger, nasenloser Krächzer vorbereitet.


*
- Mutti, schau mal da vorn! Die Frau weint Butter! -
- Psst, Kindchen.. Das sind reiche Leute. -


*
Die Story Die besten Parties steht bei Miss Till in der Männerecke
3.11.11 07:22


Totensonntag, Tiertrainer

Ein Großonkel der Gräfin, ein Herr mit einer knorrigen und potenten Nase, hatte zum Essen eingeladen. Dabei meldete er zu seinem 80. Geburtstag nächstes Jahr schon mal zwei Wünsche an: den ersten Fallschirmsprung seines Lebens sowie eine Nase Kokain.
"Für das Koksen musst du dir aber ein Hotelzimmer mieten!" war seine 76jährige Lebensgefährtin ruckzuck auf 180. "Das machst du nicht bei uns zuhause, sonst hab ich noch die Polizei auf der Matte!"
"Quatsch, im Hotelzimmer! Im Flieger!" entgegnete der Großonkel großporig und schenkte noch einen Wodka ein. "Direkt vorm Sprung! Und dann...juuuschsch! In der Iljuschin..!"
"Ach, du Spinner!"

Natürlich hatte der Grossonkel mir dabei zugezwinkert, als er den Kokainwunsch äusserte. Mal schauen, was sich machen lässt, kniepte ich zurück. Ich mein, das ist ja auch keine Art, gestandenen Pensionären das Kokainschnupfen zu verbieten, bevor sie sich das erste Mal aus einer Propellermaschine stürzen.


*
Nach ein paar Bier und Wodka hatte ich das Gefühl, mein Gehirn würde hinterherschwimmen und ging vorsichtshalber aufs Klo, mich kämmen. Man weiss ja nie. Dabei kam ich im Kellergeschoss an der internationalen Kegelbahn vorbei. Merkwürdig war das. Zwar hörte man das Poltern und Rollen einer auf Holz aufsetzenden Kugel, doch ansonsten drang kein Ton von der Kegelbahn. Selbst als die Kellnerin das nächste Tablett Bier und Kurze reinbrachte, war kein ausgelassenes AHH und OHH zu vernehmen, DIE MARIA MACHT UNS FROH oder so ein Scheiß. Nichts. Null.

Eine halbe Stunde später liess sich die Kegelgesellschaft oben im Schankraum zum Essen nieder, an diesem grossen reservierten Stammtisch. Eine gespenstische Runde. Lauter unauffällige schlichte Aliens, vermutlich zusammengehalten von schwarzer Materie, wie das ganze Universum. Ich könnte keinen einzigen beschreiben, obwohl ich abgestossen und fasziniert zugleich das Geschehen am Nebentisch beobachtete. Immerhin weiss ich jetzt wie sich das anhört, wenn Aliens still in den Totensonntag reinkegeln.


*
"Im Herbst muss man sich tagsüber soviel Helligkeit schnappen wie möglich", meinte die Gräfin und war den ganzen Tag mit dem Hund draussen. Abends saß sie vorm Fernseher, ihr brannten die Lippen vor Kälte. Da musste sie gleich was freches sagen, was höhnisches, und dran glauben muss Jeff Goldblum, der in einer Szene ausgesprochen blöde an der Kamera vorbeiglotzt.
"He, wo guckt der Goldblum denn hin? Zu seinem Tiertrainer?!"
4.11.11 15:45


Die Fütterin *

"Ich wurde schon als Fütterin geboren. Kannst du meine Mutter fragen, wen ich als Kind alles gefüttert hab. Tauben in Venedig, fremde Männer am Strand mit Keksen, unseren Hamster, bis er fast platzte, Pferde, alles. Und heute musst du dran glauben."

Oh, aber ja!



Mit Espresso füttere ich mich selbst. Wir haben zwei klassische italienische Espressokännchen, ein kleines und ein großes. Wenn das kleine Espressokännchen auf dem Elektroherd steht und zu brodeln beginnt, klingt es wie ein Sportflugzeug hoch über den Wolken. Im Sommer, wenn das Fenster offen steht und ich koche Kaffee, bin ich mir manchmal nicht sicher, ist das nun der Espresso, der gleich fertig ist, oder will da jemand in Ferien?

*
(Zeichnung Susanne Eggert)
5.11.11 05:49


Vom Füttern & Fliegen

"Ich wurde schon als Fütterin geboren. Kannst du meine Mutter fragen, wen ich als Kind alles gefüttert hab. Tauben in Venedig, fremde Männer am Strand mit Keksen, unseren Hamster, bis er fast platzte, Pferde, halbtote Marienkäferchen, meine kleine Schwester, alles. Und heute musst du dran glauben."

Oh, aber ja!


*
Mit Espresso füttere ich mich selbst. Wir haben zwei klassische italienische Espressokännchen, ein kleines und ein großes. Wenn das große Espressokännchen auf dem Elektroherd steht und zu brodeln beginnt, klingt es wie ein Sportflugzeug hoch über den Wolken. Im Sommer, wenn das Fenster offen ist und ich koche Kaffee, bin ich mir manchmal nicht sicher, ist das nun der Espresso, der gleich fertig ist, oder will da jemand in Ferien?
5.11.11 05:54


Besuch vom Jupiter

"Ach, die kommen vom Jupiter", wird man in Zukunft sagen, wenn einem beim Sonntagsspaziergang seltsam fußlahme Micky Mäuse begegnen, die Gamaschen aus Nullen, Einsen und Zweien tragen und dauernd HU machen, HU HU, wie früher die dicken Vögel, die abends im Baum saßen und einen anstarrten, "die besuchen die Oma."
6.11.11 15:29


3 Reiseschreibmaschinen

Was das Aussehen von Aliens betrifft, sind wir ja ärgerlicherweise auf das uns bekannte Repertoire an Aussehen beschränkt. Eine Vorstellung ausserhalb unseres Erfahrungsschatzes, wie so ein Ausserirdischer aussehen und riechen könnte, ist schlicht nicht möglich. Allein die Vorstellung, dass sich das Universum mit Lichtgeschwindigkeit ausbreitet, übersteigt unser kleines Gehirn. Ausbreiten, okay, doch ausbreiten wohin? In einen Raum, der zuvor nicht existiert hat? Wie meinen? Das wäre ja so, als würde ich mit jedem Schritt, den ich setze, die Welt erst bauen, auf der ich gehe. Geht doch gar nicht. Und selbst, wenn es ginge - was wäre, wenn ich rückwärts gehe? Rollt die Welt sich dann wieder ein, wie ein kalter nutzloser Schlafsack? Bin ich dann wieder müde und groggy, obwohl ich geschlafen hab?

"Drei Reiseschreibmaschinen zu verschenken", liest die Gräfin aus der Zeitung vor, und blättert weiter.
9.11.11 13:08


Ein ganz normaler Mann

"WARUM MUSST DU EIGENTLICH BEI ALLEM, WAS DU TUST, IMMER SO ÜBERTREIBEN? KANNST DU NICHT EINMAL, EIN EINZIGES MAL NUR, WIE EIN GANZ NORMALER MANN SEIN?"

Hm. Über ein Mal liesse sich reden.
11.11.11 11:11


Fünfhundert B.

"Fünfhundert Beine klingt wie ne Mischung aus Orthopädie-Kladde und Tierreich", sagt sie. "Und irgendwie bist du das auch."


*
Das Herbstlaub fällt. Man wird überschüttet von flitterndem Material, als hätte man was gewonnen. Man ist Star im Wald.
14.11.11 07:21


45er

Die wahre Popmusik kam von den Singles. Als Ende der 80er Jahre die Ära der 45er-Singles vorbei war, war es auch mit der Popmusik endgültig vorbei. Natürlich bestand die Popmusik auch in den Jahren danach und sie besteht bis heute und auch morgen wird es eine Musik geben, die als Pop in den Radios und Clubs gespielt wird, doch nie wieder wurde der einzelne, drei Minuten kurze Song so gefeiert und hofiert wie auf der Single mit 45 Umdrehungen pro Minute.

Als ich die Gräfin kennenlernte und in ihrer Plattensammlung wühlte, um zu sehen, mit wem ich es zu tun hatte, fand ich zu meiner Überraschung einige Original-Singles aus den 70ern. Nicht die Massenware, die man lange Zeit auf Flohmärkten nachgeschmissen bekam und die nun auch von dort allmählich verschwindet, sondern Leckerbissen wie Too big von Suzie Quatro.

Suzie Quatro war die Heldin der frühen 70er Jahre. Voll unbändiger Energie, mit den richtigen Botschaften. In Too big! schreit sie: Honey, I never lose!

Too big! gehörte zum Standardrepertoire jedes echten aufopferungsvoll kämpfenden Losers, Too big schützte vor der Kälte, Too big war die lange Unterhose des Glitter-Rock, und sie war aus schwarzem Leder genäht.

Ich hielt die Single in der Hand und war angekommen.
15.11.11 07:20


Wieviel Volumen hat eine Seele

Und so stehen wir Spalier, das Herz mangelernährt in einer überfressenen Gesellschaft.


*
"Du weisst doch, Körnerfresser sind immer die ersten, die ihre Zähne verlieren, noch vor den Junkies."

- Karlos -


*
Das wird ein seifiger lauer Winter, prophezeit die Gräfin. Grund: die Eichhörnchen verschmähen die Eicheln, sie bleiben in den Wäldern liegen, massenhaft.


*
Sie möchte einen Liebeskrimi schreiben.
"Am Ende kriegen sie sich und machen zehn bis zwölf Kinder im Stahlwerk."


*
Vom vielen schnellen Sex auf Pissoirs am Bahnhof war ihm ein Schwellgesicht gewachsen, ein Aalkopf. Er war unerträglich selbstgewiss. In seinem Leben gab es keine Schlaglöcher und keinen Dreck. Nur den fixen Abgang, die Sättigung.


*
Wieviel Volumen hat eine Seele? fragt sie.
Ich überlege eine Weile.
"Na, ein Tempel muss schon reinpassen."


*
Fotos sind nichts anderes als angehaltenes gestorbenes Leben, auch wenn der Fotograf nur den Auslöser drückt und sich nichts dabei denkt.

17.11.11 15:05


In Zukunft II

In Zukunft geht es doch nur noch um eines:
Bleibt man Mensch,
oder wird man chinesische Maschine.


*
"In Zukunft wird sich die Menschheit aufteilen", meint die Gräfin. "Da sind die einen, die auf der Erde bleiben wollen, um unsere Schöpfung zu bewahren. Und die anderen schippern ins Universum, besiedeln einen Planeten und fangen noch mal bei Null an. In Zukunft müssen sich die Menschen entscheiden, zu welcher Gruppe sie gehören wollen. Ich will zu den Sternen."

"Ich bleib hier", sag ich.
24.11.11 09:07


Sätze II

Sätze sind die Zähne des Schriftstellers, sein Strahlen.

Aus Kleine Anatomie des Schriftstellers



Zylinderüberraschung, Susanne Eggert, 2011
25.11.11 15:09


Euro im Arsch, lecker essen, Quote.fm am Start

Na schön, dann gewöhnen wir uns schon mal daran, dass es demnächst keinen Euro mehr geben wird. Und weil es in letzter Zeit immer so schnell geht mit der Veränderung von Dingen, die man doch für alle Zeiten für gegeben hielt, tippe ich einfach mal auf April/Mai 2012, und die Mark kehrt auf großer Linie zurück.

Ich hab irgendwo noch einen dicken Becher mit Groschen und 50-Pfennigstücken herumstehen, wenn ich die nicht bald unter die Leute bringe, fangen sie an zu rosten. Und was freue ich mich schon darauf, wenn der HEIERMANN wieder da ist in meiner Hosentasche. Und der ZWICKEL! Das gibt vielleicht ein Hallo! Ein Klimpern! Ich ziehe sogar meine Lieblingsjeans aus den späten 90ern an, als die Welt noch in Ordnung war. Also Europa. Hallo Zwickel.

Wo ist der verdammte Becher?!


*
Wenn Essen die Erotik des Alters ist, bin ich ein Pornostar.


*
Eigentlich ist Quote.fm, entwickelt von drei jungen Deutschen, eine schöne Sache. Die Idee dahinter ist so schlicht wie genial: Internet-Texte, die man besonders gelungen findet, teilt man mit dem Rest der Welt, indem man daraus ein kleines Zitat ankreuzt und auf Quote.fm stellt, mit dem Link zur Originalseite.

Klingt einfach, hat es meines Wissens aber so noch nicht gegeben. Auch das simple Design, das alles wichtige sofort erfassen lässt, gefällt mir ausserordentlich. Was mir nicht gefällt: fast jede zweite, na gut, dritte Textpassage kommt auf Englisch rüber, was ich mir, abgesehen von der Internationalität des Internets, nur mit dem üblichen deutschen Untertanentum erklären kann, und einer Art vorauseilendem Gehorsam. Weil die Internet-Sprache ja immer englischer wird, nicht wahr, da können wir Deutschen uns ja nicht verstecken mit unserem Deutsch.

Nirgendwo auf der Welt wird so verbissen englisch gepostet wie in Deutschland. Und glaubt jemand, auf einer von Briten entwickelten Homepage würde jedes zweite Zitat auf deutsch erscheinen?

Enough gemosert. Gute Seite.
29.11.11 10:58


s



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung