Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus
  Startseite
  Über...
  Datenschutz
  Impressum
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Links
   
   Wer war 500beine
   Glumm auf Wordpress
   Susanne Eggerts Citronenbusen
   Blogroll
   Twitter 500beine

kostenloser Counter



https://myblog.de/500beine

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Zuletzt

"Das Leben eskaliert zunehmend zum 24stündigen Deeskalationstraining. Man möchte die ganze Zeit zurückschlagen, rund um die Uhr, darf es aber nicht, weil man doch diesen Kurs belegt hat, der einfach kein Ende findet."



"Und ganz zuletzt bleibt nur ein Fingerhut übrig von dem Kübel Leben, den man ausschütten wollte."

(Die Komplizin)

*
Sie zeigt: Der König der Welt


*
"Unsere Zeit hat ADS! Die ist ein Zappelphilipp, die ist voll hyperaktiv! Die hält nicht still! Die rennt immer weiter!"


*
"Und, wie gehts?"
"Gut", sagte ich, "glaub ich."
"Mh, wie jetzt..? Glaubst du nur, dass es dir gut geht, oder gehts dir wirklich gut?"
Mann, der wollte es aber ganz genau wissen.
"Ich glaub, mir gehts gut, ja!" sagte ich, schon leicht sickig. "Weiss nicht."












*
Normale Chefqualität im Studio Glumm
7.9.10 14:38


Sauber, satt, zufrieden - so sieht Andreas Glumm dem Weltuntergang entgegen

9.9.10 14:41


Bilder meiner Stadt











*



*







*





*





*
*







*
*







*





*



*
*











"Fünfzig.. Wer hätte das gedacht." Sie guckt mich von der Seite an. "Aber jetzt wird's langsam gruselig."

(Vor Jahren sagte sie zu meinem Geburtstag noch Sachen wie "Zerfall hat etwas rührendes."..)





RSV Solingen-Kohlfurth, A-Jugend, Saison 78/79
ob. Reihe 4. von li.: Andreas Glumm, letzter ob. Reihe: Ekki (RIP), bester Trainer



*
Studio Glumm zeigt Die Geschichte von Runa
14.9.10 09:48


Vögel erwischen einen immer am Ärmel

Heut morgen, kurz vor acht, ich bin spät dran, ist im Park großer Krähenterror: mindestens ein Dutzend Vögel hat sich gegenseitig in der Mache. Es flattert und zetert in der Luft und macht einen Lärm, als hätte man Furzkissen in den Auspuff einer schweren Kawasaki gestopft. Ganze Besatzungen von Baumkronen scheinen in die Fehde verstrickt zu sein, aber ich habs eilig, achselzuckend lass ich die Terrorschwärme sich gegenseitig beharken und ziehe weiter.

Erst oben auf der Korkenziehertrasse fällt mir der Fleck auf, am Ärmel meiner ultraleichten kanadischen Platzwartjacke. Ein weißer Fleck, als hätte ich mich ohne es zu merken an eine frisch verputzte Wand angelehnt.

Ich will ihn also wegschnippen, den Putz, und hab stattdessen klebrige weiße Vogelkacke am Finger. Ein frisch abgesetzter Krähenschiss, ähnlich wie im Sommer am Strand von Zeeland, als die Gräfin sich gerade noch empört hatte, "das Arschloch der Möwe war genau über mir, ich konnte genau reingucken, ich hab nur gedacht, wehe, Freundchen, wehe..!", was aber nichts gebracht hatte. Die Möwe erwischte sie trotzdem. Und zwar am Ärmel.

Vögel erwischen einen immer am Ärmel, das ist Gesetz - niemals am Kopf oder an der Schulter, immer am Ärmel. Vielleicht weil sie unsere Arme für unsere Flügel halten, die es mit Kacke zu verkleben gilt. Damit wir Menschen es nicht eines Tages doch noch in die Lüfte schaffen, damit wir keine Konkurrenz werden und unten am Boden bleiben, für immer Kriechware. Die sind ja clever, die Krähen, und bescheissen ärmelabwärts.

*
Studio Glumm: Käptn Red
24.9.10 18:52


Ihre fabelhaften Sätze

"Kommt direkt die Sonne raus. Guck mal. Das ist ja mal nett."

Sie steht an der Spüle, zur Abwechslung. Ist ja eigentlich mein Job. Sie kocht, ich spüle ab, so die Verabredung, die niemals getroffen wurde und doch gilt. Die besten Verabredungen sind das. Die ohne Unterschrift.

Heute aber hat sie gekocht und jetzt spült sie auch noch ab. Ich weiss nicht, wie das gekommen ist. Pötzlich stand sie am Spülstein. Als ich es mitbekam, war es schon zu spät, das Spülbecken voll heissem Wasser. Ich konnte nicht mehr eingreifen.

"So. Langsam hab ich keine Lust mehr. Mir tun schon die Hände weh. Ist natürlich schlecht, wenn einen mittendrin die Lust verlässt.."

Eigentlich spricht sie mehr zu sich selbst, als zu mir, weil ich am Küchentisch sitze und Notizen mache und sowieso nicht richtig hinhöre. Denkt sie. In Wahrheit schreibe ich mit, was sie sagt. Höre einfach hin und warte auf ein Juwel. Auf einen ihrer fabelhaften Sätze.

("Wenn ich länger unter Menschen bin, möchte ich mich wegbeamen. Nur noch die leere Hülle dalassen, und lächeln.")

("Es muss einem erst ein grösseres Unglück widerfahren, bevor man das kleine Unglück zu schätzen weiss.")

("Eine traurige, ja, eine tückische Zeit ist das, wo alles schon mal da war und nichts mehr von Wert ist.")

("Das Problem sind nicht die, die es haben, sondern die, die es wollen.")

("Überall Halb-Distanz und 1/8-Wissen!")

("Psychologen sind nichts anderes als Pappnasen, die dir ein Motto verpassen, damit du durch den Karneval kommst.")

("Meine Füße werden immer gerader, größer selbstbewusster! Die sprengen ale Schuhe.")

Das ist ihre Liga. Darunter tut sie es auch, soll mir auch recht sein. Und an manchen Tagen bringt sie mir eine Kleinigkeit mit, die sie unterwegs aufgeschnappt hat.
"Ach ja, bevor ich es vergesse", sagte sie gestern, "ich hab dir einen Satz aus der Stadt mitgebracht."
"Zeig her."

("Ich bin so wütend", sagte jemand, "und habe keine eigene Meinung!")

Aber eine Garantie gibt es nicht. Eine Garantie gibt es nie. Eine Garantie auf ein Juwel? Dass ich nicht lache. Versuch mal ein Bonmot einzuklagen, auf das man eine Viertelstunde lang vergeblich gewartet hat, mit dem donaublauen Stift in der Hand. Das klappt nicht. Da gibt dir niemand recht. Da zeigt nicht mal irgendwer Mitleid. Wer wartet schon auf einen schönen Satz aus seiner Frau.

Wenn sie spült, spült sie richtig. Wie Frauen so spülen. Aus Liebe zu den Dingen, aus Respekt vorm Haushalt. Nicht so liderlich, nicht so schnell schnell. Das Ergebnis ist mitunter fast wie neu, wenn sie die Hände im Spül hat. Sie putzt sogar die Espressokännchen. Wir haben zwei klassische italienische Espressokännchen, ein kleines und ein großes. Wenn beide Espressokännchen auf dem Elektroherd stehen und zu brodeln beginnen, klingt es wie ein Sportflugzeug hoch über den Wolken. Im Sommer, wenn das Fenster offen steht, bin ich mir oft nicht sicher, ist das nun der Espresso, der gleich fertig ist, oder will da jemand in Ferien.

fliegen.

"Schade, die kriegt man nicht mehr sauber. Hat sich der Kaffee schon zu tief eingegraben."

Ja, schade. Sie ist zu sehr aufs Sauberkriegen, aufs glänzend machen fokussiert, statt hinabzusteigen in den Keller, wo das dunkle Geschirr wohnt, das Geschirr unserer Ahnen, denen man noch vertrauen konnte. Das ist ihr Revier. Darin ist sie gut. Im Sezieren der gruseligsten Jahrzehnte: heute.

("Ich habe die besseren sozialen Sätze als du.")

"Was ist das eigentlich für ein Material?" werfe ich wie nebenbei ein, in der Hoffnung, ihrem dahinplätschernden Selbstgespräch eine andere Richtung zu geben. Eine grundsätzliche.
"Was..?"
"Na, die Kännchen. Aus welchem Material die sind."
"Die Kännchen..? Keine Ahnung. Aluminium? Edelstahl? Edelstahl. Ist ja doch schön sauber geworden, also teilweise. Nur teilweise. Aber immerhin. Müsste man vielleicht nochmal mit Spezialzahnpasta drüber. Und mit Stahlwolle. Richtig schrubben. Guck mal."

Sie kommt zum Tisch, in der Hand die eingeschäumten, tropfenden Einzelteile eines auseinandergeschraubten Espressokännchens.

"Kannst du wienern, wie du willst. Das liegt aber auch an den Schwämmen, die sind fürn Arsch. Die wringst du einmal aus, schon kannst du sie wegwerfen. Billiger Ramsch. Wir holen demnächst wieder die Scotch. Die taugen wenigstens was."

Ich gebe auf. Da kommt heute nichts. Es gibt eben keine Garantie. Nur - wieviel Leerlauf kann ein Autor verzeihen? Wieviel Liebe braucht eine Frau?

"Scheisse. Die Arme tun mir weh. Das hab ich jetzt davon. Du hast mich ja nicht vom Spülen abgehalten. Du hast mich ja nicht gerettet, Andreas. Und jetzt? ICH HAB SPÜLHÄNDE! Hier, schau! Andreas!"
"Was soll ich tun..?"
"Wenn du das nicht weisst, das ist schlecht."
Lacht, und trocknet sich die Hände ab, am Hund.




Im Studio Glumm treibt es Käptn Red
28.9.10 12:57


Die Avancen, der Schrottkerl und das Blau

Der Abend streicht um die Häuser, wie Butter. Paar Kinder sind noch draussen, die 10 bis 12jährigen. Ihre Alten sitzen daheim vorm Fernseher, was sich nur noch ertragen lässt, wenn man dabei ununterbrochen frisst, Glutamat in sich reinschaufelt, Geschmacksverstärker.
Das haben die sich fein ausgedacht damals, die Herren Grundig und Telefunken, als sie Frau Bahlsen und Frau Dr. Oetker geschäftliche Avancen machten.
"Fernsehen und Fressen", meinte Max Grundig, "sind das nächste große Ding!", worauf Frau Bahlsen vor Freude nachsalzte.

Ob diese Dinger wohl bald mal explodieren, Buntkisten, die immer größer werden, sich aufblähen zu Zimmergröße, volle Lotte, alle auf einmal, KRAWUSCH!?

Kinderstimmen vom Spielplatz:
"Kennt ihr den Boomer?"
"Boomer? Klar."
"Ist der cool?"
"Nee."
"Wie, nee? Klar ist Boomer cool. Der fährt jeden Samstag ins Tal, ne Maus rammeln. Ne Bitch. Oder nich?"

Wenn solche Sätze ins Zimmer schwappen, durchs offene Fenster drängeln, spät am Abend, ich meine, ist doch logisch, dass ich dann aufstehe und mir das angucke, vorn am Fenster, was da los ist.
Nichts zu sehen.
Man hört nur Stimmen.
Den Abendwind.
Die Kids, hinten am Spielplatz, rotzen in die Buddelkiste.

Dann seh ich den kleinen rothaarigen Jungen, der seit Jahren nicht mehr wächst, wie er seinen Kumpels nachläuft, zwei Köpfe größer als er, durch die Bank.
"He, ihr Penner! Wartet! Hier will euch eine einen lutschen!"

Er zieht seine größere Schwester hinter sich her, die es lachend geschehen lässt. (Das Hinterherziehen.) Damit hat ihr Bruder nicht gerechnet. Er bleibt stehen und kratzt sich am Hintern, wie die Alten daheim vorm Fernseher.


Am nächsten Morgen fährt der Schrottkerl im Schritttempo durch die Siedlung und spielt die Rattenfängermelodie, über die knarzenden Lautsprecher, immer nur den Refrain. Immer und immer wieder. Ich komm trotzdem nicht drauf, welche Melodie das sein soll. Irgendein alter Grand-Prix-Kram, den jeder mitpfeifen kann.

"Immer wenn ich den der Schrotthändler kommen höre, muss ich an dich denken", meint die Gräfin, "selbst wenn du direkt neben mir stehst. Das Knattern der Pritsche, die Melodie.. ich weiss auch nicht. Der Schrottkerl, das sind wir beide."
Das finde ich schön, wie sie das sagt.
"Aber welches Lied der spielt, das weisst du auch nicht, oder?"
"Nee. Weiss ich nicht. Ist doch egal."

Ich hab schon Yellow Submarine vermutet, doch als ich den Refrain vor mich hin summe, merke ich schnell, das passt nicht. Das haut nicht hin. Und nur weil der rothaarige kleine Junge, am dem nichts mehr wächst, ausser der Stimme, mit seinen Yellows die Buddelkiste auf dem Spielplatz mariniert, muss es noch lange nicht Yellow Submarine sein, was da so blechern aus dem Lautsprecher plärrt. So einfach ist die Chose nicht.
So nicht.


Gestern hingegen hab ich einen Kugelschreiber krumm und kaputt gesessen, das war relativ einfach. Der Kugelschreiber steckte im Notizbuch, das Notizbuch steckte in der Gesäßtasche, auf dem Gesäß hab ich gesessen, da war der Kugelschreiber hinüber. Da ist die Kugelschreibermine gebrochen und ausgelaufen und hat sich coelinblau in mein Notizbuch ergossen.

Sah gut aus, der Klecks.

"Wie ein wegrennendes Schwein auf einem blauen Bein", lobte die Gräfin die zufällige Gestalt. Und blau ist ja nun mal ihre definitive Lieblingsfarbe.
"Ich tät ja für mein Leben gern mal schnörkellos am Blau lecken."



Studio Glumm: Fragt Inge!
29.9.10 17:00


s



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung