Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus
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Du Monster in meinem Kopf! Tschüss 500beine!

Ich habe Myblog.de noch die Stange gehalten, als das Renommee schon lange konkurrenzlos im Eimer war. Doch irgendwann ist selbst bei mir Schluss. Zuletzt war der ganze Laden mal 14 Tage dicht. Nicht zu erreichen. Tot. Es gab keinerlei Information seitens des Betreibers, geschweigedenn eine Erklärung. Alles scheißegal. Als gäbe es uns Blogger gar nicht, die Myblog.de notdürftig am laufen halten.

Den zuletzt noch 151 Abonnenten von 500beine rufe ich zu: kommt rüber zu Glumm.

Danke für 13 Jahre Treue.
19.6.18 11:11


Kein Unterschied

"Ich glaube, wenn ein Mensch einmal etwas ganz Schlimmes getan hat, ohne dass er dabei erwischt wurde oder im Erdboden versunken ist vor Scham, dann könnte es passieren, dass er sich daran gewöhnt, schlimme Dinge zu tun - und zwar immer wieder. Das ist genau so, wie man sich daran gewöhnt, gute Dinge zu tun. Der Unterschied ist nicht so groß, wie man vielleicht glauben mag."

- Die Gräfin -
12.6.18 07:41


Looking back over the years



Ist gut jetzt, Glumm. Es reicht. Noch nicht ganz. Einen noch. Hier, der hier:

Alone again, Gilbert O'Sullivan

Es war der Rest der unschuldigen Zeiten, Mitte der Achtzigerjahre, später Biedermeier. Wenn wir uns ab und zu, sozusagen auf Käptn Zufall, wie der schöne Dirk es gern nannte, ein Briefchen Heroin besorgten - Bubbles gab es damals noch nicht - zogen Karlos und ich im Laufschritt nach Hause. Wir legten tatsächlich den Eilboten-Gang ein, wir kicherten wie die Schulmädchen, in Vorfreude auf die nächsten Stunden, die ins Haus standen, und mit jedem Schritt, den wir uns dem Zuhause näherten, wurden wir noch schneller.

Ich meine, wir hatten wirklich ein ziemliches Schoss raus, Karlos und ich. Als hätten wir ein Tütchen Puppenstuben-Heroin gekauft, um uns auf unsere Zeit als Junkie vorzubereiten. Auf all das, was da noch kommen sollte in späteren Jahren, ff.

Wir gingen grundsätzlich zu mir nach Hause zur Schillerstrasse. Zu Hause holte ich den Handspiegel aus dem Bad. Wir schütteten das braune Pulver aus, hackten und mörserten es mit Rasierklinge und Geldkarte bis es endlich fein genug war für die Nase, und zogen zwei lange Linien.

Während wir nun die Lines snieften, beobachteten wir uns im Spiegel. Ich dachte damals schon, Junge, hast du alte Haut um die Augen. Siehst du verbraucht aus. Da war ich 25. Was würde ich erst heute denken. Heute denke ich nichts mehr. Denken hat sich erledigt mit 57.

Mir wurde übel, wenn die Chemie die Kehle runterlief, bitter & warm & langsam ins Herz sickerte, es einpackte wie eine Scheibe Morphin beim Puppenstuben-Metzger. Ich legte Gilbert O’Sullivan auf. Zur Überbrückung, bis die Wirkung einsetzte. Das Album Big Hits, A-Seite, die erste Nummer. Immer nur die erste Nummer, immer zwei Mal hintereinander: Alone again.

Ein Ritual.

Oder dreimal. In meiner Erinnerung war stets Sommer, wenn wir uns ein Briefchen Heroin kauften und teilten, immer lief das sonderbar entspannte und altmodische Alone again und immer haben wir alles ausgekotzt, was es mittags bei den Eltern zu essen gegeben hatte. Scheiße, das Zeug ist doch viel zu stark, dachte ich. Zu stark für uns. Doch Gott in seiner Gnade gewährte uns freie Hand, so hatte er entschieden und wir nickten seine Entscheidung ab. What do we do. Dann eben Morphin. Am Ende zahlt man immer die Zeche, und zwar genau die, die man eigentlich prellen wollte. Wir lehnten uns zurück und harrten der Dinge.
11.5.18 14:08


Auf dem Koks-Run



"Du kannst mich mal an meinem klapprigen Hühnerarsch lecken!" meinte Selle gut gelaunt.

Er trug eine merkwürdige Cordhose mit Schlag und diese cognacfarbenen Lederslipper. Ich schaute sie mir genauer an.

"Was ist denn da los?" lachte ich. "Was soll das denn geben?"

Sein Onkel war plötzlich gestorben, erfuhr ich, und hatte ihm einen Stapel Klamotten hinterlassen. Da beide von ähnlicher Statur waren, trug Selle das Zeug nun auf, doch es handelte sich um Kleidung, die er sich selbst niemals gekauft hätte. Viel zu piefig, das Zeugs. Das ist der Zwiespalt bei geschenkter Kleidung. Sie mag passen, doch in 99 % aller Fälle käme man selbst niemals auf die Idee, solch einen Mist zu kaufen. Einfach, weil man einen anderen Geschmack hat. Weil jeder andere Sachen in der Welt gut findet.

Es waren 20 Paar Schuhe, Jacken, Reisestrümpfe, Chinos und Leinenhosen, Blousons, Designerjeans und eine Million Gürtel. Selle sah aus wie der kleine Gatsby an dem einen Tag und wie ein zorniger Hering am nächsten Tag. Sein Outfit war nichts halbes und nichts ganzes.

"Ich seh voll kacke aus, wa?" strahlte er.

Er hatte etwas Nordisches an sich, mit seinem blaffend roten Haar. Er erzählte von einem Kerl, mit dem er in Amsterdam die Nächte durchgekokst hatte.

"Das war der durchgeknallteste Koks-Junkie, den ich je kennengelernt hab. Wir teilten uns ein Zimmer in einer billigen Absteige und taten vierzehn Tage nichts anderes als uns zuzuballern. Er hatte diese coole Panama-Connection, das Koks war von 80prozentiger Reinheit, das ist heute gar nicht mehr vorstellbar. Jeder glaubt, ich binde ihm einen Bären auf, wenn ich das heute erzähle."

"Ein Kerl wie ein Schrank und voll okay, aber wenn er sich Koks geschossen hatte, wenn er auf dem Koks-Run war, drehte er völlig ab. Dann zog er sich splitternackt aus, nur die Cowboystiefel behielt er an, und sagte Dinge zu mir wie, he, guck mal, da krabbeln tausend Würmer aus mir raus! Guck doch mal! Nee, das sind keine Würmer, versuchte ich ihn zu beruhigen, aber ich war selbst im Stress. Versuch mal ne intakte Vene zu finden, wenn du schussgeil bist auf dieses super-ungestreckte Amsterdam-Koks der Achtziger, und neben dir tickt ein Knabe wegen irgendwelcher unsichtbaren Würmer aus."

"Der ließ nicht locker, der fing immer von neuem an. Da ist jemand an der Tür! schrie er und schnappte sich sein Butterfly-Messer. Darin war er echt ein Meister, mit dem Butterfly-Messer konnte er umgehen wie ein Zirkus-Artist, das machte wirklich was her, wenn er da mit dem Messer hantierte. Dann riss er die Zimmertür auf und sprang auf den Gang, ein pudelnackter Kokser in Westernstiefeln, der wild mit dem Messer rumfuchtelte und wirres Zeugs schrie, Riese, war der durchgedreht, ich mein, der hatte das Limit wirklich überschritten."

"Eine halbe Stunde später mussten wir den Zug nach Köln kriegen. Wir hatten die letzte Kohle in diese zwei Tickets investiert, aber es musste dieser eine bestimmte Zug sein, den wir kriegen mussten, sonst wären die Karten verfallen. Ich seh uns noch in höchster Eile oben der Gracht entlang stolpern, zugekokst bis unter die Schädeldecke, ich mit meinem klapprigen Hühnerarsch, LOS JETZT am schreien, und der Irre in seinen Westernstiefeln, den Pimmel halb aus der Hose fliegend.. Dass uns keiner verhaftet hat an diesem Tag, begreife ich bis heute nicht."

aus: IS OKAY, RIESE!
10.5.18 12:29


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Zu diesem Zweck binden wir sog. Soundcloud-Widgets in unsere Website ein. Dabei handelt es sich um Abspielsoftware, mit der Nutzer die Podcasts abspielen können. Hierbei kann Soundcloud messen, welche Podcasts in welchem Umfang gehört werden und diese Information pseudonym für statistische und betriebswirtschaftliche Zwecke verarbeiten. Hierzu können Cookies in den Browsern der Nuzer gespeichert und zwecks Bildung von Nutzerprofilen, z.B. für Zwecke der Ausgabe von Anzeigen, die den potentiellen Interessen der Nutzer entsprechen, verarbeitet werden. Im Fall von Nutzern, die bei Soundcloud registriert sind, kann Soundcloud die Hörinformationen deren Profilen zuordnen.

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Wir löschen die Anfragen, sofern diese nicht mehr erforderlich sind. Wir überprüfen die Erforderlichkeit alle zwei Jahre; Ferner gelten die gesetzlichen Archivierungspflichten.


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Erstellt mit Datenschutz-Generator.de von RA Dr. Thomas Schwenke
24.5.18 15:12


Bringen Sie uns, was Sie haben, für fünf Mann



Im Juni lief mir am Grünewald der Mitsubishi Boy über den Weg. Er war seit einer Woche draußen. Fast zwei Jahre hatte er abgesessen, wegen dieser dummen Sache beim Grenzübertritt von Holland nach Deutschland, als ein Kilo Haschisch auf dem Beifahrersitz lag, einfach so, wie Weintrauben. Und weil der Motor seines goldenen, nah am Kolbenfresser operierenden Toyotas plötzlich so brutal laut gurgelte, winkte der Zoll ihn raus. Niemand hatte je daran gedacht, Öl nachzufüllen, nicht bei dieser alten Gangsterkutsche.

“Ja, bist du doof? Ich mein, ein Kilo.. einfach so auf dem Beifahrersitz..? Und dann noch so ne Karre unterm Arsch..”

“Na, weißt du, doof.. das ist ein hartes Wort, Bruder. Guck mal, es war ein superschöner Ostersonntag. Ich am Flöten, tausend Mark Kurierlohn in Aussicht und voll der Rückreiseverkehr, Scheiße, wer konnte ahnen, dass die Säcke ausgerechnet mich rauswinken..”

Ausgerechnet ihn, mit Blues Brothers-Sonnenbrille, Ry Cooder im Tapedeck und unrasierter Pulvervisage. Ausgerechnet ihn, mit sterbendem Motorenlärm und fettem Soundsystem. Ausgerechnet ihn, mit handgestrickter Mütze aus Nepal, mit Bommeln dran. Na, so gesehen, stimmt auch – kommt eigentlich niemand drauf. Außer zwei, drei Zöllnern vielleicht. So Säcken.

Ort der Säckeglückseligkeit war der Grenzübergang Emmerich; 33 Monate ohne Bewährung. Zwei Drittel musste der Mitsubishi Boy absitzen. Zwei Drittel, die er mit dem Studium philosophischer Texte abbummelte, von Charles Bukowski über "Die Straße der Ölsardinen" von Steinbeck bis zur hoffnungsvoll versoffenen Margarete Dumas.

„Ich hab noch nie so viel gelesen wie in der scheiß Kiste. Ein Buch nach dem anderen, bis ich alleine nicht mehr denken konnte. Alles kam nur noch in Zeilen gepresst bei mir an. Ich glaub, ich war buchstabenabhängig.“

Weil er sein Entlassungsgeld noch nicht ganz auf den Kopf gehauen hatte, ließ er eine Pulle weißen Rum springen, die wir im Stadtpark leermachten. Komischerweise war ich nicht mal halbbetrunken, auch Mitsubishi war eher ein bisschen noch cooler als sonst schon. Dass er 22 Monate Bau hinter sich hatte, merkte man ihm nicht an. 22 Monate in einem Tresor, auf einer Leerfläche, im toten Winkel. 22 Monate das Gerassel der Schließer und Erbsenpüree. Er war nicht mal besonders grau geworden im Gesicht, auch vom gefürchteten rastlosen Auf- und Ablaufen war nichts zu spüren. Nein, er saß cool auf seinem Hintern wie früher auf dem Bananensattel.

Ich seh ihn noch vor mir, als Knirps auf dem Bonanzarad, mit hochgezogenem Lenker und wuschigem Fuchsschwanz, im Stadtpark hinterm Haus der Jugend. Fahren sah man ihn eher selten, meist lungerte er an irgendwelchen Ecken herum, den Hintern lässig auf dem King Size-Bananensattel. Die coolste 13jährige Sau der ganzen Stadt. Ein Killer.

Der Killer berichtete Erstaunliches. Als Mitsubishi nach zwölf Monaten in eine andere Haftanstalt verlegt werden sollte, verbrachte er genau eine Nacht in der JVA Duisburg, als Zwischenstation. Und mit wem teilte er sich dort die Zelle? Mit Pepe. Ausgerechnet Pepe… der selbst gerade auf dem Weg in eine andere JVA war und in Duisburg für eine Nacht zwischengeparkt wurde.

"Zufälle gibt’s.. aber vielleicht haben die Schließer auch gesehen, dass wir beide aus derselben Stadt kommen und wollten uns eine Freude machen, die Wichser, hahaa!! Vor allen Dingen wollten die uns ne Freude machen. Na,auch egal. Ich hab ihn beim Freigang im Hof gesehen und dachte, das gibt's doch nicht, der Pepe, wie er leibt und lebt! Er schien irgendwas zu checken, er hatte sofort den Überblick und die Connections, obwohl er genau wie ich erst ein paar Stunden hier war. Ich mein, er kannte ja keinen, hat aber direkt was klargemacht. Wir haben die ganze Nacht geraucht, gelacht und von alten Zeiten gequatscht, bis die Sonne aufging.“

Mitsubishi nahm einen letzten Schluck weißen Rum.

„Pepe müsste auch bald draußen sein. Vielleicht zwei, drei Monate noch.“

Pepe, der alte Sonnyboy, saß wegen Heroinhandel, der übliche Kleinkram. Er hatte mir lange Briefe aus der Kiste geschrieben. Den letzten zu Weihnachten. Darin schilderte er minutiös einen Traum, in dem Karlos und ich ihn in einer halsbrecherischen Helikopter-Aktion aus dem Knast befreien. Am Ende stürzen wir alle über einem Puff in Köln ab und er wird wach.

Mitsubishi und ich verließen den Stadtpark und liefen die Einkaufszone hoch, landeten im Mumms. Nachmittags war grundsätzlich tote Hose, nur hinten beim Flipper hockten ein paar Leute, darunter Meckenstock und Harry.

„Harry“, sagte ich.

„Glummmann“, sagte Harry.

Er sagte immer Glummmann. Er hatte ein charmantes Grübchen und war sehr verlässlich, er arbeitete seit tausend Jahren in der selben Großhandelsbude auf dem Büro. In einer abschließbaren Schreibtischschublade lag stets ein gesatteltes weißes Pferdchen bereit für einen kleinen Ausritt: der Flachmann. Harry war ein Trinker. So wie Meckenstock, der sich in eine Spendierlaune reinsteigerte. Er warf eine Runde nach der anderen und strahlte. Er hatte den Mitsubishi Boy fast zwei Jahre nicht gesehen. Meck war ein bisschen in ihn verliebt. Nicht, dass er das zugegeben hätte. Es war ihm unangenehm, schwul zu sein. Er hätte alles dafür gegeben, um nicht zufällig schwul zu sein.

Eine Frau, die ich vage vom Sehen kannte, stellte sich zu uns, als sie was zu trinken bestellen wollte.

„Mann, bist du dünn geworden“, meinte sie zu mir.

„Echt?“ sagte ich. „Liegt vielleicht am Schnäuzer, der ist weg. Dann wirkt man direkt schmaler.“

„Hast du ihn dir wegrasiert?“

„Nee, weggesoffen.“

Blöde Frage. Fertige Männergesellschaft am Nachmittag, aber die beteiligten Frauen waren irgendwie auch nicht die Hellsten. Meckenstock orderte ein Taxi.

„Los, wir gehen was essen. Ich lad euch ein.“

Wir landeten in der Chinesischen Mauer am Zwillingswerk, dem größten Chinalokal in der Gegend.

„Bringen Sie uns, was Sie haben, für fünf Mann!“ (Meckenstock).

Die Kellnerin lächelte, machte aber einen leicht gekränkten Eindruck, so als fühlte sie sich veralbert. Verkackeiert. Meckenstock spürte das und versuchte seine flapsige Ansage zu präzisieren.

„Sagen wir, bisschen Rindfleisch, ein Happen Ente und Huhn, paar Schüsseln klätschigen Reis, Gemüse, Sie wissen schon.. alles für fünf Mann. Und Sekt im Kübel.“

Meck war ein undurchsichtiger Bursche. Obwohl er keiner Arbeit nachging, war er stets flüssig und spendabel. Eine Weile jobbte er in einem Autohaus als Verkäufer, Harry hatte ihm die Stelle besorgt. Innerhalb weniger Monate entwickelte sich Meck zur Verkaufsgranate Nummer 1. Dann geriet er in eine Verkehrskontrolle. Tagsüber. Fast drei Promille. Lappen weg, Job weg, Karriere ade. Nur die Kleidung blieb. Er sah immer noch aus wie ein Businessman, der Popcorn-Maschinen und bunte Las Vegas-Partyzelte verlieh und damit einen Haufen Schotter machte.

Ein hagerer Bursche, kein Gramm Fett zu viel. Vom Saufen war seine Bauchspeicheldrüse schwer angeschlagen, und weil nun jedes nächste Schnäpschen den Tod bedeuten könnte, mied er harte Sachen und soff konsequent Altbier mit einem Alibi-Schuss Malz und Sekt, dem er durch ständiges Rühren den Sprudel entzog und somit zur Plirre herunterstufte, wie er glaubte. Den speziellen Eislöffel zum Umrühren, extralang und in feines Anstecktuch gewickelt, trug er stets bei sich. Zum Plirre anrühren.

Meckenstock war voller Marotten und Tics. Ständig musste er Mauern und Wände berühren. Anfassen. Man spazierte mit ihm durch die Stadt, runter zum Chinesen am Zwillingswerk, und Meck blieb alle Nase lang stehen und spürte mit den Fingern der Hauswand entlang. Der Litfaßsäule. Ganz leicht nur, mit Fingerspitzen und einem Lächeln, so selig, als hörte er eine feine Zement-Arie.

Der chinesische Kellner tischte nacheinander sechs verschiedene Platten auf, mit Ente, Huhn, Rindfleisch und gläsernem Gemüse. Wir kifften Purpfeifen und kleine Sticks am Tisch, was bei den exotischen Gerüchen nicht weiter auffiel. Und wenn schon. Nur der Mitsubishi Boy verdrückte sich mit meiner Purpfeife, der Roten Zora, runter aufs Klo, er hatte noch acht Monate Bewährung offen. Das war ihm zu heikel. Am frühen Abend jedoch war ihm das auch wurscht.

„Drei Vater unser und die Sache ist erledigt!“ blökte er ins Blaue hinein, ohne dass irgendwer wusste, was damit gemeint war.

Ein Walkman machte die Runde, mit Soul und langen Liedern in e-Moll. Ich futterte wie ein Schwein. Ich war hackebekifft.

„Auch ein schönes Lied!“ (Harry).

„Kannste noch einen bauen, Glummmann? Oder reicht dat nich mehr?“

„Klar. Hier, roll du einen.“

Die Stimmung war ausgelassen und sprang sogar auf die Nachbartische über, Gelächter und Gejohle an Tisch 10.

„Hörst du die dahinten?“ raunte Mitsubishi mir zu, so leise, als würde er Stille Post spielen. „Die lachen, die haben Recht.“

„Genau. Die machen weiter.“
13.4.18 16:53


Aus ihrer Haut heraus kommt nur die Schlange



Ich mag Menschen, die einem das Gefühl vermitteln, die Ruhe der ganzen Welt würde sich in ihnen breitmachen.

Nicht, dass ich einen kennen würde.

*

"Wie lange ist Scheiblettenkäse denn haltbar..?"

Wir hatten vor einiger Zeit Heißhunger auf Hawaii-Toast, dafür brauchte es unbedingt Scheibletten-Käse, doch mehr als die Hälfte der Packung blieb übrig und steht sich seither im Kühlschrank die Beine in den Bauch.

"Ach, der ist ewig haltbar", sag ich. "Ich schätze sowieso, das sind Restbestände aus alten Louis de Funes-Filmen aus den 60ern, die heute noch im Supermarkt verkauft werden."

"Dann hält er sich noch, meinst du?"

"Ja. Der hält noch."

*

Ist ja kein teurer Charakterkäse, der schnell in Arsch geht.

*

Den alten Notizbüchern meines Vaters haftet ein lockerer Schweißgeruch an, wie original abgefüllt von kanadischen Holzfällern, die von vier Wochen Jahresurlaub die letzten dreieinhalb Stunden in Baton Rouge auf den Kopf hauen.

*

Aaahh.. die Welt geht unter! Genau!! Da blühen die Geschäfte!!!

*

Das Herz einer Fledermaus schlägt 1000mal in der Minute. Das Herz einer Fledermaus ist ein sehr leises Schnellfeuergewehr, Fledermausblut ist seine Munition.

*

Aus ihrer Haut heraus kommt nur die Schlange.

*

Ich habe in der Nacht zufällig einen schönen iranischen Spielfilm gesehen, „Das Lied der Sperlinge“ aus dem Jahre 2008. Es war wie im Märchen, die Bilder aus der Großstadt Teheran, wo Zehntausende von Motorradfahren in den Straßen unterwegs sind, ohne Helm, mit flatterndem Hemd. Bilder, wie es sie hierzulande noch in den Siebzigern gab. In Belgien sogar noch 2007. Hab ich genau gesehen, aus dem Auto heraus. In einem kleinen Kaff namens Nazareth. Aber in Belgien. Flatternde adidas-Hose, dickes Moped, weit und breit kein Helm.

*

Da war dieses strenge Blumenkind mit langem dünnen blonden Haar, das ich aus der Teestube an der Kasernenstraße kannte. Ein ungemein blasses Geschöpf, nahe am Albino. Sie hatte einen Freund, der war ziemlich klein und hatte dünnes langes schwarzes Haar und fuhr Moped. Er also vorn mit dem flatternden dunklen Haar, sie auf dem Sozius mit ihrem flatternden blonden Haar und ihrem flatternden Maxi-Rock. Die langen Haare wie Seidenvorhänge im Wind, beide Rücken gerade durchgedrückt, die Matten geapfelshampoot.

*

Was auch immer in meinem Leben geschieht, es tritt mit Verzögerung ein. Wenn Eric Clapton der Mister Slowhand des britischen Bluesrock ist, bin ich der Herr Langsamstift an den Buchstaben.

„Red nicht. Du bist das Faultier unter den Schreibkräften“, sagt sie.

*

Worte wie Modul und Cluster gehen mir auf den Sack, Worte, denen Coolness anhaftet und die doch nichts bedeuten, die keinen Inhalt haben, nicht wirklich jedenfalls, die irgendwann gegen die Wand fahren und abgelaufen sind, Worte, wie in den Nullkorridor der deutschen Sprache gedrückt.

*

„Wie heißt das noch..?"

"Was meinst du..? Wie heißt was?"

"Na, was die meisten Menschen haben.. die haben doch eine… eine…. na, wie nennt man das noch mal.. diese Memoryschleife.. also alles, was bisher geschah… ist eine…?“

„Hm..? Vergangenheit?“

„Genau! Eine Vergangenheit!“

*

Samstagabend. Es ist dunkel. Auf dem Spielplatz sitzt ein einsamer Teenager auf der Schaukel und schaukelt. Das Handy klopft an. Das bläuliche Licht des Displays schwingt in der Finsternis vor und zurück wie ein betont höfliches UFO, das JETZT keine Fehler machen will. Nicht beim Schaukeln.

*

Es gibt Dinge auf Erden, die sollten einem klar sein. Etwa die Tatsache, dass auch das teuerste und exklusivste und prominenteste Captains Dinner der Welt am Ende nichts anderes ist als der Vorläufer einer dicken fetten Portion Fäkalien, die in die Kloschüssel klatscht und stinkt.

*

Die Heizperiode geht los. In den Heizkörpern grollt und bläst die Luft, wie im Straflager. Allerdings nicht in unseren. Der Heizkessel ist nämlich kaputt. Er gibt keinen Mucks mehr von sich. Ein neuer muss eingebaut werden. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen. „Wir haben brutal viel zu tun“, stöhnt der zuständige Klempnermeister, den ich kontaktiere. Der Schornsteinfeger ist ebenfalls involviert in den Neu-Einbau. Er hat gute Zähne. Vielleicht fällt das Weiß seiner Zähne auch nur deshalb so brutal gut auf, weil alles andere an ihm kohlrabenschwarz ist. Ein cleveres Bürschchen.

*

Ich: „He! Es ist schon viertel vor zehn!“

Sie: „Bei dir vielleicht, du Penner.“
2.4.18 16:45


Wenn der Schrottkerl kommt



Auf der Suche nach Altmetall durchpflügen immer öfter Schrottkerle unser Viertel. Angekündigt werden sie stets von den gleichen Rattenfängermelodien, via Megaphon abgesondert, klebrig wie Schneckenschleim.

In endlosen Schleifen tönt es aus blechernen Lautsprechern, die oben auf der Fahrerkabine angebracht sind, damit auch der letzte Anwohner Bescheid bekommt: Der Schrottkerl ist da. Der fahrende Altmetallhändler, der kostenlos dein Metall abholt und entsorgt, egal, ob es am Straßenrand zur Abholung bereitsteht oder im Keller erst mühsam freigeschaufelt werden muss. DER LUMPENSAMMLER IST DA. Ihr werdet euren Schrott los und wir verdienen Geld.

Je höher die Preise für Altmetall steigen, desto mehr alte Pritschenwagen schleichen durch unser Viertel, fast alle von außerhalb. Sie kommen aus dem Ruhrgebiet, tragen Autokennzeichen aus Essen und Oberhausen und Duisburg, und je mehr alte Pritschenwagen und demolierte VW-Busse und Ford Transits durch die Straßen pirschen, desto mehr blechernes Jahrmarktsgeorgel ist zu hören.

Elvis und Beatles. Es ist die Pest. In Schrittgeschwindigkeit. Einer spielt ohne Ende den Refrain von „Muss i denn zum Städtele hinaus“, ein anderer ALL YOU NEED IS LOVE. Man hört Panflöten und 70er-Jahre-Softporno-Soundtrack ("Bilitis"), man hört den Refrain von „O when the saints go marching in“ und, als Dauerbrenner, "Amazing Grace". Und alles klingt nach Ricky King in der Dose.

Obwohl man die Endlosschleifen als gewöhnlicher Anwohner nur wenige Minuten ertragen muss, bis die Eisenkerle die Bürgersteige und Vorgärten nach verwertbaren Gegenständen abgegrast haben und kehrtmachen zur nächsten Siedlung, zu den nächsten Vorgärten, zum nächsten Eisenhaufen, geht einem das ganze Gejaule zunehmend an die Nerven und erfordert Geduld.

(Ich komme trotzdem nicht drauf, welche Melodie das sein soll, die meine Nerven gerade auf die Probe stellt. Irgendein alter Grand-Prix-Kram, den jeder mitpfeifen muss, mit 60erjahre-Grandezza.)

„Wenn ich einen Schrotthändler kommen höre, muss ich immer an dich denken“, sagt die Gräfin, „selbst wenn du direkt neben mir stehst. Diese furchtbaren Melodien.. ich weiss auch nicht. Das ist wie früher, wenn wir auf Hahneköpper-Feste gegangen sind und uns kaputtgelacht haben.. Der Schrottkerl, das sind du und ich – das sind wir beide.“

„Das ist schön, wie du das sagst. Aber welches Lied der da gerade spielt weisst du auch nicht, oder?“

„Nee. Weiss ich nicht. Ist doch egal.“

Hm. Ich hab schon "Yellow Submarine" vermutet, doch als ich den Refrain von "Yellow Submarine" ansatzweise vor mich hin summe, merke ich schnell, Freunde – das haut nicht hin. Das sind nicht die Beatles, das ist was anderes. Auch "Oh when the saints go marching in, oh when the saints.." passt nicht, meine zweite Vermutung. Wie frisch von der Blechwalze schwappt der Refrain rüber, und je näher der Leierkasten-Kraftwagen kommt, desto lauter und selbstvergessener flötet man als Anwohner den Ohrwurm mit. SCHWEINEREI.

Endlich erreicht der Wagen unser Haus.

„Die arme Sau da drin muss doch bekloppt werden“, sag ich zur Gräfin.

„Was? Wer?“

„Na, der Fahrer da drin..! Ich mein, tagein, tagaus When the Saints goes marching in in den Ohren, da wird man doch bekloppt, oder nicht..“

„Wieso, stimmt doch gar nicht. Manchmal läuft auch Muss I denn zum Städtele hinaus, und du mein Schatz bleibst hier.. Ausserdem sitzen da zwei Männer im Fahrerhäuschen, nicht einer. Da sitzen immer zwei drin.“

„Na und? Ist doch egal. Dann werden die eben abwechselnd bekloppt“, sag ich. "Aber bekloppt werden die. Die können ja nicht mal eben aussteigen und weghören, das geht nicht. Das einzige, was sie machen können, ist die äh Musik ausschalten. Aber dann weiß niemand, dass der Schrottkerl kommt."

Der Pritschenwagen, zwei Lautsprecher auf dem Dach der Fahrerkabine, fährt die Sackgasse runter bis zum Hippergrund, dreht um und kehrt langsam zurück, im Schritttempo. Beladen mit ausrangierten Kühlschränken, aus denen Kühlflüssigkeit läuft, irgendwelchen rostigen Metallgittern sowie einem bunten Strauß Karabinerhaken, Regenrinnen, dünnen Kupferdrähten und armdicken Industrieroboterschrauben. Ein echter Fang ist selten darunter, wie man hört. Mal eine ganze Schrottimmobilie oder ein Containerschiff zum Ausschlachten, das schon.

Kein Thema.

Der Moment der Kontaktaufnahme ist dann ein schöner. Der Pritschenwagen schiebt sich gemächlich an unserem Haus vorbei. Downtown, ich erkenne Downtown von Petula Clark aus dem Lautsprecher, als Instrumental freilich. Es sind immer Instrumentals, es ist immer der Refrain, den Text muss man sich denken. "Bist du allein, von allen Freunden verlassen, dann geh in die Stadt - Downtown.." Jetzt reicht's. Ich geh raus auf die Strasse, gebe Handzeichen und halte den Wagen an.

Während die Lautsprecher weiter Downtown vom Dach knarzen, spreche ich ins Führerhaus.

“Sagt mal.. was ich schon immer wissen wollte.. Werdet ihr eigentlich nicht bekloppt, wenn ihr den ganzen Tag dieses Geeire ertragen müsst?”

Der jüngere der beiden Eisenkerle schnellt überrascht vom Beifahrersitz hoch, ein hagerer Bursche, der aussieht, als hätte man ihm in der Schweiz die Haare geschnitten, aber oben auf dem Berg, wo's dunkel ist. Er strahlt mich an, als wäre ich der Exklusiv-Vertreter von Seltenen Erden, auf den er so lange schon gewartet hat. Damit es endlich vorangeht in Essen-Altenessen.

“JA KLAR! ” ruft er heiser und lupft die Mütze Gott zum Gruße. “ICH BIN SCHON TOTAL LANGE BEKLOPPT DAVON!”

Heilfroh, dass das endlich einmal jemand goutiert.
1.4.18 16:17


Konsequent Weltklasse

 

Man braucht zwei Leben.

Eins, um zu kapieren, was richtig ist und was nicht, und ein zweites, um sich gelegentlich danach zu richten.

*

Es wollte sich mit mir treffen, das junge Frl. Weiden. Es jobbte als Zimmermädchen im Turmhotel. Es war keine zwanzig, schätzte ich, und trug gern luftige Sommerkleidchen. Es war in seiner ganzen Erscheinung keinem bestimmten Jahrzehnt zuzurechnen, das Fräulein Weiden, die Zeit hatte es irgendwie links liegen lassen, das muss kein Unglück sein. Im Gegenteil. Eine gewisse Nichtbeachtung zur rechten Zeit fördert das Flüggewerden.

Das flügge Frl. Weiden hatte etwas Unschuldiges an sich, doch dahinter verbarg sich ein Früchtchen, so jedenfalls meine Vermutung, in Einklang mit meiner knapp 25jährigen Lebenserfahrung.

Was ein Haufen!

Es war viertel vor sieben in der Früh an diesem Sonntag, wir standen in der Hotelküche nebeneinander, füllten frisch gekochten Kaffee in Thermoskannen um und schauten aus dem Fenster des 11. Stockwerks.

Meine Schicht als Nachtportier neigte sich für heute dem Ende entgegen, ihre Frühschicht hatte just begonnen. Es duftete nach Röstkaffee und kandierten Früchten, nach Kokos, das kam vom Rummel, der unten am Weyersberg gastierte, und von der nackten Haut, die das Frl. Weiden zeigte, der aufgetragenen Lotion.

"Nachmittags treffe ich mich immer mit meinen Leuten im Karstadt-Cafe", sagte sie. "Hast du vielleicht Lust, mal zu kommen? Heute Nachmittag oder so? Wir sitzen immer am selben Fenster.. Wir machen viel Unsinn. Wir lachen viel."

Ich starrte sie an. Meinte sie das ernst? Wen glaubte sie vor sich zu haben? Ich war ein Trinker, ein Kiffer, ein Acid-Head, ich lebte in einer anderen Welt, ich war auf dem besten Wege, mich in den Club 27 einzubringen. Und Frl. Weiden? Auch wenn sie nur einige Jährchen jünger war als ich, sie kam mir vor wie ein Kind. Mit den Attributen einer Frau.

Ihre Worte, ihre Unschuld, ihr ganzes Auftreten erinnerte an die Fünf Freunde von Enid Blyton. Das Frl. Weiden blätterte sozusagen im Abenteuerbuch, wenn es mich einlud, es zu treffen. Im Beisein der Freunde. Im Karstadt. Im Cafe. Ein Abenteuer in den großen Ferien.

Sie hatte schöne lange bleiche Beine und eine wechselnde Note. Mal Karamell, mal Kokos. Immer frisch. Ihre Stimme zitterte ein bisschen. Es war ein Versuch gewesen, ihre Einladung ins Cafe, sie hatte etwas gewagt. Sie wollte sehen, ob ich auf ihren Vorschlag einging. Wie ich reagierte. Ob ich überrascht war.

Eine Viertelstunde noch, dann würde die Chefin eintrudeln, sie kam stets Punkt 7, wenn sie Frühdienst hatte. Je länger das Zimmermädchen neben mir stand, desto stärker wurde das Verlangen, das Zimmermädchen zu küssen. Frauen wollen Männer kennenlernen, Männer wollen Frauen küssen. Würde es mir gelingen, Frl. Weiden in die Wäschekammer zu lotsen?

Sonntagmorgen. Der Frühstücksraum war leer um diese Uhrzeit, die Sonne schien hinein, man sah Staubflusen im Gegenlicht auf-und niedersteigen, wie Seepferdchen. Das Frühstücks-Buffet war noch nicht aufgebaut, es wartete im großen Kühlschrank, die Kaffeekannen waren abgefüllt. Wir warteten auf den Chinesen, der jeden Morgen Punkt zehn vor Sieben in die Küche marschiert kam und die bestellte heiße Milch abholte. Für ihn und seine Kollegen im 13. Stockwerk. Dampfende Kuhmilch, 2 Liter.

"Wir trinken Kaffee, auch mal eine Limonade, und Gerti kann Witze erzählen, soo gut, das musst du hören", so Frl. Weiden. "Wir lachen uns schlapp. Wir treffen uns um fünf. Wenn du Lust hast.."

Ich kannte ihren Vornamen nicht. Die Chefin hatte sie mir lediglich als Fräulein Weiden vorgestellt. Die Morgensonne strahlte ihr gelbes Kleid an, momentan war alles war gut, alles war frisch. Als der Chinese einmarschierte, fünf vor Sieben, kurz vor der Chefin, verschwand Frl. Weiden Richtung Wäschekammer. Ich folgte ihr, blieb aber auf Distanz. Ich beobachtete sie. Das Zimmermädchen zog einen Stapel Handtücher aus dem Wäscheregal und füllte den Wagen auf.


*

Unter diesem Haufen Dilettanten und Geldabschneidern wird es zunehmend schwierig Leute zu finden, die ihren Job gern machen, die motiviert sind, denen man vertrauen kann, dass sie das, was sie tun, nicht nur des Geldes wegen tun, sondern weil sie es können. Warum das so wichtig ist? So entscheidend? Weil der Mensch, der vor dir sitzt an der Supermarktkasse, auch dein Notarzt sein könnte.

*

Woran man spürt, dass man allmählich ältere Herrschaft wird? Wenn im Gespräch mit Gleichaltrigen zunehmend Floskeln auftauchen wie „Ja klar, das ist Verschleiss, da kann man nix machen“. Oder hier, der: "Der Arzt sagt auch, ich soll mehr trinken."

Da wünscht man sich manchmal, man hätte noch die Kraft, die man mit Mitte zwanzig hatte, auf seinem Höhepunkt, als man selbst vollgeschissen noch gut aussah, von hinten.

Wir waren exakt Mitte vierzig, (also vor 10 Jahren), als die Gräfin mir von diesem Traum erzählte. Sie hatte von einem Mann und einer Frau geträumt, die sehr bedächtig auf einer Parkbank saßen und uns erklärten, dass sie genug hätten von diesem albernen Leben. Dass es an der Zeit sei, endlich ernsthaft zu werden.

„Wir haben genug gelacht in diesem Leben.“

Eine Traumsequenz weiter saß dasselbe Pärchen in unserer Wohnküche und demonstrierte geduldig, wie man sich gegenseitig die Finger bricht. Eine überraschend mühelose Angelegenheit. Ein leichtes Knicken nur. Als wären es Federn, keine Finger.

„Altwerden ist nichts anderes als das Wegbrechen von Flügeln, an deren Stelle nichts nachwächst“, sagte die Frau im Traum. "Aber wer nicht mehr fliegen kann, hat automatisch mehr Zeit für den Erdboden.“

*

Ich möchte noch mal zwölf Jahre alt sein und nachmittags von der Schule heimkomme. In der Kinderstunde läuft Pan Tau, Mutter macht mir einen Becher warmen Kakao zum Essen, aber nicht diesen fair gehandelten Bio-Kakao, sondern Kaba.

Oder elf.

*

Aufwachen am Morgen Immer noch am Leben: Sein Welch ein Privileg Welch Ungeheuerlichkeit & womöglich scheint noch die Sonne DIE SONNE Konsequent Sonne Konsequent Weltklasse

*

("DU GLAUBST AUCH ALLE LEUTE GEHEN MIT DEINEN AUGEN DURCH DIE WELT!")

*

Ein Evergreen, gespielt und gesungen von JJ Cale:

 The old man and me, JJ Cale
27.10.17 15:02


Daily Coffee

Eben bin ich im Daily Coffee am Hauptbahnhof in einen Mann reingelaufen, der am Boden lag. Ich hatte ihn schlicht übersehen. Ich meine, wer hat schon mitten am helllichten Tag einen Mann auf der Rechnung, der am Boden liegt, im Bahnhofs-Café, mit einer Zange in der Hand? Er trug einen blauen Monteurkittel mit der Aufschrift „Klimatechnik“ und reparierte vermutlich die Kühltheke, als ich in etwas Weiches trat und er „autsch!“ aufmuckte. "JA ISSES DENN...!??"

„Oh..!“ sagte ich, und zog irritiert den Fuß aus seinem Bauch.

Ich weiß auch nicht, aber irgendwie sah das unanständig aus, wie er da unten auf den Fliesen lag, im Neonschein des Bahnhof-Cafés, und wie der Fußabdruck sich allmählich zurückbildete und wieder Risikobauchfett wurde.

Dann geschah alles gleichzeitig.

Die drall überschminkte Servicekraft reichte einen Becher schwarzen Kaffee über die Theke, und der gut gekleidete Herr, der neben mir stand und alles beobachtete, wollte schon zulangen, „Ist der für mich?“, „Nee, für den jungen Mann neben Ihnen!“ Also blickte ich hoch, um mich zu vergewissern, ob sie mich damit meinte, (bin ich denn immer noch jung? ein Mann? hört das denn nie auf?) und griff hastig nach dem Becher, wobei etwas Kaffee über den Rand schwappte, genau in den offenen Kittelkragen des armen Klempners.

„Ja isses denn bald gut!??“ schnaufte er genervt.

„Jo“, erwiderte ich, aber ehrlich gesagt: Das war auch nicht mehr als eine bloße Vermutung.
14.3.18 08:29


 [eine Seite weiter] s



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