Andreas Glumm: Vom räudigen Leben, der Wucht und dem Nimbus
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DER SCHWARZE FÖRSTER

Die Gräfin, an sich eine entschiedene Verfechterin von Amüsements wie Lustiggehen und Komischsprechen, plädiert für die Einführung eines "Sich-selbst-leid-tu-"Tages, wo jeder Bürger mal so richtig abtränen darf.

"Hach, was tut mir diese Frau leid.."
"..diese arme Frau.."
"..diese arme, arme Frau.."

Ich bin auf der Stelle überzeugt, und lauf mich schon mal warm.


*
Jeden Tag versucht man
sich neu zu justieren
in einen Zustand,
den man mag.


*
Die Mütter von idiotischen Söhnen wissen in der Regel, dass sie idiotische Söhne in die Welt gesetzt haben.
Meine Mutter schüttelt verständnislos den Kopf.
"Was du manchmal denkst."
Gesagt hab ich schliesslich nichts.


*
Die Gräfin hat ein Hundehaar im Mund.
"Bin ich selber schuld, ich muss ja nicht mit dem Hund knutschen."
Ausserdem findet sie dieses Gefühl unmöglich, ja, unerträglich, Was für ein Gefühl, frag ich, Ja, sagt sie, dieses Gefühl, Freiwild zu sein, in jeder Sekunde unseres Daseins.
Ein Freiwild des Todes.

"Wir sind Freiwild des Todes, in jeder Sekunde."

Auch in dieser Sekunde kann es zu Ende gehen, jetzt, wo ich hier sitze und das schreibe, jetzt, wo du woanders sitzt und das liest, mein Freund.

"Unerträglich ist das."

Freiwild, bis der schwarze Förster kommt und mit der Flinte knallt.
Dann ist es gut.
Dann waren wir Wild, und so frei.
15.1.07 19:31
 



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