Es gibt Menschen, die gehören allen. Sie sind Jedermanns Bruder im Geiste. Dummerweise sind sie alle tot. Elvis war so einer, Bob Marley auch. Bob Marley war echt. "Wenn ich gut drauf bin, summe ich im Wald Everything's gonna be alright", meint die Gräfin, "und der Hund liegt auf dem Rücken und ist glücklich."
* Spaziergang mit Hund. Es ist Ende Oktober und klebrige zwanzig Grad, wie Winter in Italien. Frau Moll wälzt sich im feuchten Laub. Die alte Blätterziege. "Na, bist du aber ein kleiner Strubbel..! Eine ganz Süße!" kommt uns eine Dame entgegen. Ihren Schirm trägt sie so stolz, als habe sie ihn eigenhändig im Wald gepflückt. "Meint die mich?" flüstert die Gräfin.
* Ich sammle ja ypsilongeformte Stöcke, wenn wir unterwegs sind. So Wünschelruten. Frau Moll weiss das natürlich. Sie hat ein Ypsilon gefunden und lässt es vor meine Füße krachen, als Aufforderung zum Spiel. "Vielleicht stossen wir ja gleich auf eine Goldader", vermutet die Gräfin. "Oder eine Wasserader, wenn wir Pech haben." "Wasser ist das Gold der Zukunft", wende ich ein, und im gleichen Moment stoppt vor uns ein Lieferwagen: NASSE WÄNDE, FEUCHTE KELLER?
* Wenn man keine Kamera dabei hat gibt es nichts Schöneres als die Begeisterung über ein ungeschossenes Photo.
* Da hab ich in der Bäckerei das Brot ausnahmsweise maschinell schneiden lassen, was ist das Ergebnis? Die Scheiben sind dermaßen dünn, kann ich auch gleich in belegte Luft beissen.
* Auf der Suche nach neuen Einnahmequellen kommt uns die Idee, eine Domina-Bäckerei aufzumachen. Bedient wird in Leder und Strapse, und die Reitgerte peitscht auf den Wechselgeldteller. "Lutsch mir die die Krümel vom Pfennigabsatz, du kleiner dicker Monsieur!"
* Sie steht gedankenverloren am Fenster und blickt in den Garten. Der Essigbaum hat über Nacht sämtliche seiner roten Federn gelassen und steht nun da als spärliche Grafik. "Den müsste man trocken föhnen", sagt sie. "Ein bisschen aufpeppen. Der schimmelt ja richtig. Das ist zu nass hier für den Baum. Der geht kaputt." Der Herbst geht kaputt als Grafik.
* Gespräch vorm Einschlafen. "Sag mal, hörst du die auch, die Mücke?" "Ja. Klar hör ich die. Die war eben schon bei mir. Die hat mich auch gestochen. Juckt aber gar nicht. Ist schon zu spät im Jahr. Die haben keine Kraft mehr." "Na, bei mir schon. Die hat mich gestern Nacht gestochen, und das hat heute noch gejuckt, den ganzen Tag über." "Tja, mein Herr- Sie essen zuviel Süßigkeiten. Dewegen." "Was hat denn das damit zu tun?" "Mücken mögen süsses Blut, weisst du doch, und ausserdem jucken Mückenstiche dann mehr." "Wie, die jucken dann mehr?" "Na, wenn man süsses Blut hat." "So ein Scheiss." "Darfst du eben nicht soviel Schokoplätzchen essen, zum Kaffee." "Du meinst, Mücken mögen Schokoplätzchen?" "Ja.. sozusagen, in deinem Blut.." "Und wenn ich der Mücke nachts ein Plätzchen auf den Tisch lege? Meinst du, die lässt mich dann in Ruhe?" "Das bringt doch nichts. Da muss doch Blut drin sein." "Dann stech ich mich in den Finger und lass das Blut aufs Plätzchen tropfen. Das müsste doch klappen." "Mh.. wenn du aber Pech hast, nimmt sich der Hund das Plätzchen, wenn du schläfst." "Dann schreib ich eben drauf: Für Mücke." "Ja. Dann gehts." "Siehst du. Nacht." "Nacht."