Andreas Glumm: Vom räudigen Leben, der Wucht und dem Nimbus
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DÄMLICHE LESUNG IN BERLIN-PANKOW

Ich muss einen Fehler ja immer mehrmals machen, bevor ich klug werde und ihn nur noch auf kleiner Flamme weiterfahre:

Saufen vor einer Lesung.

Ich verhaspele mich, bin genervt, mir geht diese ganze dilettantische Veranstaltung auf den Nerv, und ich dilettiere mit, das nervt am meisten.

Da haben sich einige wenige Leute die Karte im Vorverkauf gesichert für 10 Euro, die kommen dann abends dahin, sehen, dass zunächst noch 8 (!) Euro verlangt werden, hinterher gar nichts mehr, damit der Laden wenigstens halbvoll wird.

Und dann: neun (!) Lesende.

Als ich das hörte, fing ich an, Bier zu trinken.

Da gurke ich durch die halbe Republik, um zehn (!) Minuten zu lesen.. Was glauben die Veranstalter eigentlich? DASS ICH DAS WOCHENENDE UNHEIMLICH GERNE IM ZUG SITZE UM ZEHN MINUTEN VORZUTRAGEN!?

Ich bin ein weiches Pantöffelchen. MUTTI, PFLEG MICH!

Aber ich hätte es wissen müssen. Der ganze e-mail-Verkehr vor der Lesung liess nichts Gutes erwarten.

Und dass Morderator Sascha Lobo meinen Text VOM BERÜHMTWERDEN UND KEIN SCHWEIN KENNT EINEN im Nachhinein als einen Bericht vom Scheitern hinstellt, deprimiert mich zusätzlich.

Dabei handelt der Text vom Gewinnen.

Kurz nach der Pause ergreife ich die Flucht.
16.4.07 08:41
 



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