Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus
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Technicolor

"Es mag ja nicht allzu viel drin sein in meinem Kopf", warnte sie mich bei einem unserer ersten Dates, "aber was drin ist, wiegt schwer.."

*

Die örtlichen Vögel sind so gesättigt von den überall rumhängenden Meisenknödeln und anderen Futterglocken, dass die Hagebuttenknospen in den Sträuchern zunehmend unangetastet bleiben und vertrocknen, zu Schießpulver. Auch nicht schlecht.

Ich mein.

*

Autoren, sagen wir: Schreiber sind so ziemlich die letzten, die Neuigkeiten mitkriegen, die gesellschaftlich auf dem Laufenden bleiben, weil sie meist mit der Aufarbeitung von Vergangenheit beschäftigt sind. Sie stecken mit ihrem Kopf im Gestern oder im Morgen, wenn sie Science Fiction machen. Das Heute verkümmert bei Schriftstellern zur Essensaufnahme und gelegentlichen Nickerchen.

Das reicht auch.

*

Für Männer bedeutet das Umrühren einer mit Zucker gesüßten Tasse Tee oder Kaffee reine Zeitverschwendung, sie halten sich nicht lange damit auf, da wird kurz mal durchgewischt mit dem Zuckerlöffel, während eine Frau so ordentlich rührt, als hinge der weitere Lauf der Weltgeschichte davon ab.

"Ihr Männer wisst doch gar nicht, wie entspannend das ist, still in seinem Tee zu rühren. Entspannend, wie eine flüssige Massage."

Während sie noch rührt, hat er den doppelten Espresso längst runtergestürzt, sein beigelegtes Plätzchen gefuttert, ihres nachgeschmissen und vorsichtig, fast unhörbar, einen fahren lassen, weil es erst das dritte Date ist.

Der Gipfel war der Kerl, der seinen italienischen Creme-Caffé mit fünf gehäuften Löffeln Zucker süßte, aber nicht ein einziges Mal umrührte. Auf diese Art erreichte er den Zuckergehalt von ungefähr zwei Löffeln, aber ohne lästiges Umrühren. Lediglich den Satz, ein nasses Häufchen geschwärzten Zucker, liess er in der Tasse zurück.

"Sonst kotz ich."

*

In den letzten Tagen hab ich regelmäßig ein Hermelinchen im Kaffeesatz. Ein Hermelinchen! Ich weiss nicht mal genau, was das ist, geschweigedenn wie so ein Tier aussieht.

Ein Hermelinchen!

*

"Technicolor ist ein schönes Wort", sag ich.

"Ist ein männliches Wort", sagt sie.

"Echt? Findest du?"

"Ja. Na ja, ein feminines Männerwort. Ein echtes Männerwort ist Dampfmaschine. Oder Baustoffhandel. Startguthaben. Überhaupt alles, was mit Start und Ziel zu tun hat, ist männlich."

"Dann sag mir mal ein weibliches Wort. Karamell?"

"Ja. Aber eher ein Klischeewort. Aber Tannennadeln. Oder Kissen, das ist auch ein schönes Frauenwort."

"Küssen auch?"

"Küssen ist neutral. Luft ist feminin. Hase, Ferse. Gras ist auch weiblich, Wiese männlich."etc. etc.

*

Worüber wir nicht verhandelten waren die Worte, die im Trend liegen und wo ich jedes Mal beinahe kotzen muss, wenn ich sie höre, Worte wie "internetaffin" oder, schlimmer, "generieren". Jeder Penner generiert ja zur Zeit irgendetwas und ist wahnsinnig stolz darauf, dieses Wort dafür zu benutzen. Die sollen langsam mal die Klappe halten. Sonst komm ich denen bubenhaft rüber mit Flitzebogen und Knallplättchen und düpiere sie aus dem Hinterhalt, aber hallo! mit Gift!mischung und dann ist schwer Essig mit generieren.

Die kacken sich doch selbst ins Sprachzentrum. Ist doch wahr.

Dass die sich nicht genieren.

*

"Gebratene Zwiebeln versöhnen einen mit dem Leben, wenn's mal rau wird..!"

- Die Gräfin -

*

"Irgendwie will jeder Künstler nichts anderes als STOPP! sagen, das kann es doch nicht gewesen sein.."
8.5.17 07:22
 



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