Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus
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500beine, die nächste

Verschiedene Leute in meiner Umgebung, die sich zuvor nicht kannten, hatten sich unabhängig voneinander und zur gleichen Zeit eine französische Bulldogge zugelegt. Das erklärte auch, warum einem diese Hunde neuerdings dauernd über den Weg liefen. In unserer Hood.

Gerade erst hatte Frau Moll eine französische Bulldogge angerempelt, schon kam uns am Rasenplatz das nächste Exemplar entgegen, das genauso aussah, mit kleinen knackigen Hodeneiern. Keinen Hacken Unterschied. Bis auf die Namen. Einer hieß Zeus, einer Jerry, der dritte Stu. Alles Rüden aus demselben Wurf, plus Kimba, die laufende Nummer 4. Sie war das einzige Bulldog-Mädchen, das hier am Stadtrand rumlief und mit ihren knapp neun Monaten auch schon trächtig war und die nächste Ladung kurzatmiger nasenloser Krächzer vorbereitete, mit knackig-geballten kleinen Hodeneiern.

*

- Mutti, schau mal da vorn! Die Frau weint ja Butter! -

- Psst, Kindchen.. Das sind reiche Leute. -


*

Womit man sich so alles beschäftigen muß, bevor man in den Himmel kommt. Mit Hundehaufen zum Beispiel, die einem plötzlich unterm Schuh kleben. Und dann sitzt man beim Frisör und wundert sich über den Gestank, der einem in die Nase steigt. Aus dem eigenen Körperkeller. Üble Situation. Der Frisörkittel, den man standardmäßig umgebunden kriegt, um abgeschnittenes Haar abzufangen, ist nicht lang genug, um über die Schuhe zu fallen, die nach Hundescheiße müffeln.

"Ich muss eben noch was erledigen", entschuldige ich mich, und bin weg.

Den Kittel lass ich da.


*

Ich schritt mit dem Hund der Cronenberger Strasse entlang, da hockte in der prallen Mittagssonne eine fette schwarze Kellerspinne an einer weiß getünchten Hauswand, wie eine französische Bulldogge auf dem Sprung, den Kopf eingezogen. Kurz vorm Zupacken. Sogar Frau Moll blieb stehen und kläffte wütend die Spinne an. Hätte ich den Hund nicht weitergezogen, es wäre in eine böse Beisserei ausgeartet.

*

"Ich muss noch eine Weile rumoren und reifen."

- Die Gräfin -

*

"Ja und? Ich komm doch auch von früher!" sagt sie entrüstet, weil ich mich wundere, dass ihr der Bandname Geier Sturzflug noch ein Begriff ist.

"Wieso?" entgegnet sie. "Kennt doch jeder."

"Nee, nicht jeder. Bestimmt nicht. Vielleicht früher mal."

"Ja und, ich komm doch auch von früher."


*

Normalerweise ist die Trommel unserer Waschmaschine mit 3/4 Wäsche von ihr und 1/4 Wäsche von mir befüllt. Ich bin sparsamer mit Wäsche, ich zieh mich seltener um, ich dusche nicht so oft. Ich trage Hosen bis sie allmählich ihre Form einbüßen und vom Hintern rutschen. Ich liege hoffnungslos hinten am Waschtag. Ausnahme: Wenn besonders schmutzige Wäsche in die Trommel kommt. Wo man mit Essig ran muss und einer höheren Waschtemperatur, um noch Grund reinzukriegen, wie meine Mutter gesagt hätte. "Da kriegt man ja kein Grund mehr rein!" Dann bin ich vorne. Dann steht es, bei einer 6/6-Auslastung, 5/6 für mich, und 1/6 für sie. Sieg!!

*

- Psst! In mir sprechen gerade mehrere Menschen. -

- Ach.. Hast du wieder deine Stimmen an? -

*

Sobald ich das Haus verlasse, ist das Notizbuch griffbereit in meiner Jackentasche. Ich gehe nie ohne Notizbuch aus dem Haus, nicht mal die paar Meter zur Mülltonne. Ich hab maßlos Angst davor, von einem Fremden das ganze Leben in 2 1/2 Sätzen erklärt zu kriegen, und niemand schreibt mit.

*

Mittags im Discounter-Markt, Kasse 1.

Kundin (vor mir): "Na, die Stimme kenn ich doch!"

Kassiererin: "He, Maggie! Was tust du denn hier!?"

Kundin (vor mir): "Na, einkaufen. Und du?"

Kassiererin: "Na, kassieren."

Sie steht vom Stuhl auf, die Kundin beugt sich übers Laufband, die Beiden umarmen sich umständlich.

Kundin (vor mir): "Du siehst so wuschig aus. Warst du beim Frisör?"

Kassiererin: "Frisör? Ich? Wuschig..? Nö, nicht dass ich wüsste. Aber die wachsen gerade, die Haare."

Kundin (vor mir): "Ach, siehst du. Deswegen so wuschig. Und..? Wohnt ihr noch Nachtigallenweg?"

Kassiererin: "Nee, ich bin ausgezogen. Endgültig."

Während sie redet, nimmt die Kassiererin einzelne Artikel vom Band und zieht sie über den Scanner.

Kundin (vor mir): "Was denn!? Endgültig? Ist wahr?!"

Kassiererin: "Ja, da war nichts mehr zu machen. Ich hatte die Nase voll von dem Kerl.. Ich war ja immer an allem schuld. Achtzehn achtundneunzig."

Die Kundin reicht einen 20-Euro-Schein rüber, die Kassiererin gibt Wechselgeld raus.

Kassiererin: "So, bitteschön. Ein Euro und zwei zurück."

Kundin (vor mir) : "Danke. Na. Dann machs mal besser."

Kassiererin: "Klar, dafür ist immer Platz."

Kundin: "Was..? Wofür?"

Kassiererin (guckt mich an): "Für besser. Für besser ist immer Platz. Oder nich?"
16.4.17 14:11
 



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