Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus
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Total viel Platz

Carpe diem? Ja, von wegen! Lasst doch den armen Tag endlich in Ruhe! Ganz abgekämpft schaut der Kerl schon aus, richtiggehend ausgenutzt.


*
Ich geh mit dem Hund der Cronenberger Strasse entlang, hockt da in der Mittagssone eine fette Kellerspinne an der weiß getünchten Hauswand, wie eine Bulldogge auf dem Sprung, den Kopf zwischen die Schultern gezogen. Sogar Frau Moll bleibt stehen und kläfft wütend den Nebenbuhler an. Hätte ich sie nicht weitergezogen, das wäre in eine böse Beisserei ausgeartet.


*
"Ich muss noch eine Weile rumoren und reifen."

- Die Gräfin -


*
"Ja und? Ich komm doch auch von früher!" sagt sie entrüstet, weil ich mich wundere, dass ihr die Band Geier Sturzflug noch ein Begriff ist.
"Wieso?" entgegnet sie. "Kennt doch jeder."
"Nee, nicht jeder. Bestimmt nicht. Vielleicht früher mal."
"Ja und, ich komm doch auch von früher!"


*
Normalerweise ist die Trommel unserer Waschmaschine mit 3/4 Wäsche von ihr und 1/4 Wäsche von mir befüllt. Ich bin sparsamer mit Wäsche, ich zieh mich seltener um, ich dusche nicht so oft. Ich trage Hosen bis sie nach einer Woche am Leib allmählich ihre Form einbüßen und vom Hintern rutschen. Ich liege hoffnungslos hinten am Waschtag. Ausnahme: Wenn besonders schmutzige Wäsche in die Trommel kommt. Wo man mit Essig ran muss und einer höheren Waschtemperatur. Da bin ich vorne. Da steht es, bei einer 6/6-Auslastung, 5/6 für mich, und 1/6 für sie. Sieg!!


*
"Psst! In mir sprechen gerade mehrere Menschen."
"Ach.. Hast du wieder deine Stimmen an?"


*
Sobald ich das Haus verlasse, ist das Notizbuch griffbereit in meiner Jackentasche. Ich gehe nie ohne Notizbuch aus dem Haus, nicht mal die paar Meter zur Mülltonne oder in der Früh mit dem Hund Pipimachen. Ich hab maßlos Angst davor, das ganze Leben in 2 1/2 Sätzen erklärt zu kriegen und niemand schreibt mit.


*
Mittags im Discounter-Markt, Kasse 1.
Kundin (vor mir): "Na, die Stimme kenn ich doch!"
Kassiererin: "He, Maggie! Was tust du denn hier!?"
Kundin (vor mir): "Na, einkaufen. Und du?"
Kassiererin: "Na, kassieren."

Sie steht vom Stuhl auf, die Kundin beugt sich über den Wechselgeldturm, die Beiden umarmen sich umständlich.

Kundin (vor mir): "Du siehst so wuschig aus. Warst du beim Frisör?"
Kassiererin: "Frisör? Wuschig..? Nö, nicht dass ich wüsste. Aber die wachsen gerade, die Haare."
Kundin (vor mir): "Ach, siehst du. Deswegen so wuschig. Und..? Wohnt ihr noch Nachtigallenweg?"
Kassiererin: "Nee, ich bin ausgezogen. Endgültig."

Während sie redet, nimmt die Kassiererin die Artikel vom Band und zieht sie nacheinander über den Scanner.

Kundin (vor mir): "Was denn!? Endgültig? Ist wahr?!"
Kassiererin: "Ja, da war nichts mehr zu machen. Ich hatte die Nase voll von dem Kerl.. Ich war ja immer an allem schuld. Achtzehn achtundneunzig."

Die Kundin reicht einen 20-Euro-Schein rüber, die Kassiererin gibt Wechselgeld raus.

Kassiererin: "So, bitteschön. Ein Euro zwei zurück."
Kundin (vor mir) : "Danke. Na. Dann machs mal besser."
Kassiererin: "Klar, dafür ist immer Platz."
Kundin (tritt aus dem Kassenbereich): "Was..? Wofür?"
Kassiererin (guckt mich an): "Für besser. Für besser ist immer Platz."
Ich: "Total viel Platz. Hallo."
1.11.11 15:16


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