Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus
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2. November 2010

Sie steckt voller kleiner Einfälle, ich kriege nicht genug davon. Sie regt beispielsweise an, einen Discount-Markt so lange zu recyceln, bis wieder ein Tante Emma-Laden daraus wird.


*
Mein Hund hat mal ein österreichisches Würschtel im Bus hinterlassen, da war er noch klein, ein Welpe, und der Gelenkbus war groß, so groß, dass der Fahrer vorne gar nicht mitkriegte, was im hinteren Teil vor sich ging, ob da vielleicht 1 Hund 1 österreichisches Würschtel kackerte, nicht unbedingt jedenfalls, und falls doch, zu wem dieser würschtelnde Hund überhaupt gehörte oder ob das Herrchen nicht vielleicht längst über alle Berge war.

Denn einen Moment lang, jawohl, ich gebs zu, hatte ich mit dem Gedanken gespielt, einfach auszusteigen und Würschtel und Hund ihrem Schicksal zu überlassen. Ich hatte nämlich keine Hundekot-Tüte dabei, mit dem ich das Würschtel hätte aufklauben können, also wie zum Würschtel-Teufel hätte ich das Würschtel, das zudem dünnflüssig war, mit übermäßig hohem Wasseranteil, packen sollen? Ohne mich voll einzusauen? He! Bitteschön! Ne Idee jemand!?

Anderersreits, wie gesagt. Im langen Gelenkbus kriegte der Fahrer vorn gar nicht mit, was hinten vor sich ging, nicht unbedingt. In seinem Rückspiegel ähnelte das Wiener Würschtel auf dem Boden vermutlich eher einem verlorenen Schuh.

"Ihr Hund hat einen Schuh verloren!" hätte er also vielleicht gerufen, wenn er etwas gesehen hätte, der gute Herr Fahrer. Hat er aber nicht gerufen. Niemand hat etwas gerufen oder gesehen. Am Werwolf stiegen wir schliesslich aus. Wir waren da. Der Hund hatte einen roten Kopf.


*
Ende des Monats steh ich im Flur und tausche ein paar Worte mit Lester, der unterm Dach wohnt. Er ist in Urlaub gewesen, 14 Tage Andalusien, ich hab mich solange um Post und Pflanzen gekümmert. Lester und ich, wir sind die Veteranen in diesem zweigeschossigen Haus.

Im November 86 bezog ich die Erdgeschoß-Wohnung, gemeinsam mit Karlos noch, und Lester mietete 1989 die Mansarde. 89, oder 88.

Zwischen uns, im ersten Stock, wohnt Gus, der Alt-Punk, aber erst seit ein paar Jahren. Überhaupt ist es die Wohnung im ersten Stock, die diesem Haus mit der Nummer 59 in regelmäßigen Abständen frisches Blut zuführt. Etwa alle vier, fünf Jahre wechselt dort die Mietpartei, während Lester und ich die Stange halten, oben und unten.

Da stehen wir beiden Veteranen also im Flur, Lester erzählt von Andalusien, dann sagen wir uns tschüss, und als ich mich zur Etagentür umdrehe und aufschliessen will, entfährt mir ein Furz. Ein kleiner Furz. Ich weiss nicht mal, ob Lester den Furz überhaupt mitgekriegt hat, er zog gerade die Haustür auf und verliess den Flur, aber darum geht es nicht. Oder nur in zweiter Linie.

An vorderster Front steht das Gefühl, das sich in diesem Moment in mein Herz wälzte: Du bist ein alter Sack, der im Flur steht und furzt. Ein kleiner Furz nur, so als würde man Schnittlauch schneiden auf einem Holzbtrettchen. Mehr ein kurzes Tackern. Aber ein alter Sack.
2.11.10 13:19


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