Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus
  Startseite
  Über...
  Archiv
  Impressum
  Karriere
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Links
   Glumm auf Wordpress
   Susanne Eggerts Citronenbusen
   Blogroll
   Twitter 500beine
   Ihr Schreiber

kostenloser Counter



http://myblog.de/500beine

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
20 Hilferufe aus der Innenstadt

1
"Als ich zum ersten Mal das Ding eines Mannes gesehen hab, war ich richtig erschrocken. Ich dachte, das wär ein Organ, das sich verlaufen hat."

(Die Gräfin)


2
"Herr Doktor, Herr Doktor! Ich hab ne fette Anglizyste am Hals! Ich quatsch nur so englisch!"
"Ist nicht schlimm, mein Freund. Das hat ganz Deutschland."

(Man beachte beim Joke der Woche: Es gibt Brüller, und es gibt Schnauferl.)


3
Fortziehen aus der Heimat war nie ein Thema, aber nachdem ich die Bücher von Richard Brautigan, John Fante und Charles Bukowski entdeckt hatte, wünschte ich mir manchmal, ich wäre woanders geboren wurden, in Los Angeles, oder in den Wäldern von Montana, und hätte dort bleiben können.


4
Hilferuf aus der Innenstadt: Älter werden ist nichts anderes als Weiterbauen an dem Haus, das eines Tages fertig ist, und abgerissen wird.


5
"Erdgeschoss-Wohnungen bringen einen zur Räson. Das ist deren Mentalität."

(Die Gräfin)


6
Ich bin nicht der Meinung, dass die Reichen dieser Welt auf ihrem Geld sitzen. Sie haben es sich längst einverleibt. Die Penunse zirkuliert in ihren Gedärmen. Die wahre Weltwährung ist der Darm-Taler.


7
Zeltplatzwetter, 19° am Morgen. Der Regen klopft auf den Schirm, als säßen Nähmaschinen in den Bäumen. Eine Reiterin führt ihr Pferd nach Hause, im leichten Morgentrab, im Regencape, es äppelt freundlich. Meine Gummistiefel, halbe Nummer zu groß, flappern über den Waldasphalt wie angetrunkene Flip Flops. Ist kühl geworden über Nacht, nach dem großen Gewitter. Wo gestern noch der Dschungel dampfte, dreißig Grad, kriechen heute schon wieder die Nacktschnecken hervor, flappern die Stiefel, Regencapes - ist doch normal.


8
"Eines Tages wird alles so sein, wie ich das möchte. Nur ich werde nicht so sein, wie ich das möchte. Weil es dann zu spät ist, verflucht." (Die Gräfin)


9
Wenn wir als Kind vorm Handwaschbecken standen und Schiffchen spielten, hieß das bei uns: Quasen.
"Hör mit dem Quasen auf", rief meine Mutter, wenn das Wasser mal wieder zu sehr spritzte.
Nicht weit entfernt, zwanzig Kilometer vielleicht, Richtung Rhein, schimpften die Mütter: "Hörst du wohl endlich mit dem Püttgern auf! Du alte Püttger-Liesel!"
Der Unterschied zwischen quasen und püttgern war der Unterschied zwischen rhein und wupper und zwanzig Kilometern.


10
"Frauen haben viele Augen, wenn sie weinen. Vermutlich sind die Tränen der Frauen nur viele Augen."

(Die Gräfin)


11
Hilferuf aus der Innenstadt (11)

Gestern hat sie gemeint, sie wolle mal eine Liste aufstellen von den Dingen, die sie vermissen wird, wenn sie tot ist. Heute ist sie sauer.
"Das ist gemein!"
"Was ist gemein?"
"Ach komm, du weißt doch nur zu gut, wie es wird, wenn wir beide tot sind: du sitzt bequem oben im Himmel und hast Kuchen, Sex und wunderschöne Sätze, und ich schmore unten in der Hölle und muss mit heissen Fingern ein Bild nach dem anderen fertig malen!"


12
Ironie, die letzte Waffe, ist out, Ironie ist nicht mehr. Und so bleibt dem modernen Menschen zuletzt nur, womit er auch schon angefangen hatte, damals, als es losging: der aufrechte Gang.


13
"Weißt du, Stadttauben sind quasi die Kühe unter den Vögeln. Sie sind von Menschenhand gezüchtet, sie kommen in der Natur gar nicht vor. Nicht so. Die kommen aus Gelsenkirchen." (Die Gräfin)


14
Ölpest. Die USA ersaufen in ihren Pfründen.


15
Im Zeitalter des permanenten Desasters schrumpft der Überlebenswille des Menschen auf die Größe eines Bündels Dollarnoten zusammen.


16
Ich hatte sie lange nicht gesehen. Ihr Haar stand so wirr ab, als habe jemand Spaghetti direkt aus dem Kochtopf über ihren Schädel ausgekippt. Sie sah verhärmt aus, abgemagert: im Alter bekommen wir endlich das Gesicht, das uns zusteht. Ihr Stimme jedoch schnarrte so metallisch und herrisch wie eh und je.

"Ich hab nur noch schlechte Laune, seit ich nicht mehr saufe. Vor allem wenn ich unter Leuten bin und alle quasseln und quasseln, das hältst du einfach nicht aus. Ich glaub, ich fang das Saufen wieder an. Aber nicht mit Bier und Wein, nee, hier, direkt Schnaps saufen."
"Mh..? Nur um blöde mitquasseln zu können?"
"Nee, bloß nicht! Ich mein, die können mich dann vollquasseln, wie sie wollen! Mir doch egal. Die sollen mich bloß in Ruhe lassen mit meinem Schnaps!"


17
Raben, so frech, als wären sie huckepack auf Geiern unterwegs.


18
Dem Glücklichen schlägt keine Stunde? Ja Himmel! Wasn das für ne Uhrzeit.


19
Studio Glumm zeigt Neue Religion aus dem Geheimen Hausbuch der Susanne Eggert, XI
7.6.10 15:56





Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung