Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus
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DICHTER SIND HEILIG UND KLOS SIND DRECKIG

15. Mai 86

Wenn ich bloß wüsste, wie die Frau heißt, die ich heut Nacht mit nach Hause genommen hab. Anja..? Kann sein. Braver Name für eine abgewichste Nummer. Ich war so voll, dass ich in der Nacht ins Bett gepisst hab. Zum Glück hatte ich soviel getankt, dass fast nur heller Schnaps rauskam. Als sie sich am nächsten Morgen beschwerte, dass die Matratze so nass wäre, sagte ich, mir wäre in der Nacht ein Glas Wasser umgekippt.

Im Bett beschränkte es sich gleich auf das Wesentliche. Keine Küsse, kein Abtasten, direkt in die Vollen. Wie Kegeln unter lauter abgewichsten Profikeglern. Ich lutsch ihren dicken Titten, sie langt mir nach dem Schwanz. Im Dunkeln auf die Schnelle eine Soul-Cassette aufgelegt, mit Bobby Womack und Al Green, die ich mir anhöre, während sie an mir bläst und nuckelt. Eiegentlich wollte ich zuvor noch schnell ins Bad, den Schwanz waschen, weil sich da ne Menge ansammelt im Laufe des Kneipenabends, aber da war ich schon in ihrem Mund. Und da sie sich nicht beschwert..

Freitagnacht, und der Stolz geht den Bach runter. Nicht baden.

Ich leg meinen Kopf zwischen ihre Schenkel und schaue zu, wie sie es sich selbst macht. Das ist das beste, was wir jetzt tun können. Ich bin zu voll, um außer Blasen Sex zu spielen. Fingerkuppe bohrt in Arschritze. Ich lecke sie, feure sie an, spritz ihr übers Gesicht.

Und dann, im dunklen Teil der Nacht, fängt sie plötzlich an zu schnarchen. ZU SCHNARCHEN. Das macht mich wahnsinnig. Wenn ich was nicht abkann, dann Schnarchen. Ich remple sie ein paar Mal an bis sie endlich Ruhe gibt. Während sie schläft führ ich ihre Hand an meinen Sack und schlafe endlich ein.

Samstagmorgen häng ich ihr gleich wieder an den Titten. Ich bin steif wie Marmor. Sie bläst gut. Diesmal spritz ich mir selbst über den Bauch.
Ich erklär ihr den Weg in die Stadt. "Mach's gut."

Mittags geh ich rüber zu meinen Eltern. Es gibt Rindsgulasch. Meine Mutter macht ein göttliches Rindsgulasch.




16. Mai '86
Um 24 Uhr ruft sie an und will eigentlich nur Gute Nacht sagen, eine Stunde später fährt sie im grünen Simca vor und holt mich ab.
"Mach hin, Klon!"
Auf einen Kaffee in die Hütte nach Ohligs. Der Schuppen heißt wirklich so, Hütte, und gehört ihrem neuen Kerl.
"Der Laden gehört Maik nicht, er hat ihn gepachtet", rückt Lena zurecht.
"Aber ein Kerl ist er schon, dein Maik, oder?" sag ich.
Sie pfeift durch die Schneidezähne.
"Aber holla."
Blöde Funz.
Wir sitzen eine Stunde am Tresen, ich nehm zwei Bier und zwei Calvados, dann bringt sie mich wieder nach Hause. Sie will noch auf einen Sprung mitreinkommen, weil sie pissen muss, und bleibt bis halb fünf.
Wir sitzen zusammengekauert vorm Nachtstromspeicher in der Küche, und sie tut mir die Klamotten rein.
Dass sie es nicht mehr mitansehen könne, wie ich ohne Perspektive und mich auf die Loyalität meiner Freunde verlassend in den Tag reinlebe.
Dass sie das früher an mir geliebt habe, aber mittlerweile "hängt es mir zum Hals raus!"
"Weil nichts passiert in deinem beschissenen kleinen Dasein, weil du eine kleine Null bleiben wirst, wenn du nicht endlich den Arsch hochkriegst!"
Und wie ich mir das überhaupt vorstelle in Zukunft, fragt sie mit all ihrer geballten nächtlichen Energie, und da muss ich passen. Da muss ich jedes Mal passen, wenn sie auf der Zukunft rumreitet. AUF MEINER ZUKUNFT. Zukunft, das ist wahrscheinlich das Denken über den Tag hinaus, ich komm aber nicht weiter als bis zur nächsten Ecke, ich bin immer nur im Jetzt unterwegs UND DAS JETZT IST IMMER TRANSPORT! sag ich, ich bin ein Transportarbeiter!
"Siehst du!"
Mit witzigen Buchstaben kann ich ihr nicht mehr kommen, das imponiert ihr nicht mehr, der Fisch ist geköpft.
"Schöne Worte..", sagt sie und schleudert sie in einer raschen Geste über die Schulter, ein Pinnchen Wodka, weg damit.
"Außerdem, mir ist aufgefallen, dass du beim Schreiben nie ein Semikolon setzt..."

"Ein Semikolon!?"
"Ja, Semikolon.. So ein Ding, weniger als ein Punkt und mehr als ein Kommma. Das Zeichen, das signalisieren soll, Leser! Jetzt kommt was Neues, in Anlehnung an das Alte. Oder so ähnlich."
Und dass es ja wohl ein Armutszeugnis darstelle, dass ich mit 25 Jahre ohne Zuschuss von meinen Eltern nicht mal die Miete latzen könnte, dass ich überhaupt der grösste Drückeberger der Welt sei und dass ich es doch hätte kommen sehen müssen, dass sie die Kurve kratzt, wenn sich nichts ändert.
"Wenn du nur im Mumms hockst und die Zeit rauf und runtersäufst mit deinen blöden Kumpeln."
Ich hab irgendwann dagegengehalten, dass ein Dichter eben Zeit brauche, viel Zeit, sehr viel Zeit, aber da hat sie nur wütend gelacht.
"Du mit deinem heiligen Dichter..! Soll ich dir was sagen, Herr Dichter?! Dichter sind heilig und Klos sind dreckig, na und!?"
2.9.09 17:56


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