Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus
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JUCHHU! VOM BERÜHMTWERDEN UND KEIN SCHWEIN KENNT EINEN

Ich kehre mit Frau Moll von der Abendrunde heim. Sie sieht aus wie eine nasse Sängerin in einem grünen Hula-Röckchen.
Dabei hat es gar nicht geregnet.
Sie ist mit Taylor, einem stämmigen Rüden aus der Nachbarschaft, um die Wette gesprungen, in den kleinen Brackwassertümpel.
Die Stimme von Taylor's Herrchen rollt immer noch durch den Park,
"TAYYYYY-LORRRRHH!"
Möchte nicht wissen, wie der aussieht, wenn er wieder auftaucht.
Der alte Schlickminister.


*
Geschlechtsumwandlungen werden heutzutage in Windeseile durchgezogen. Dafür muß man nicht mal mehr seinen Job unterbrechen.
Ist wahr.

Da sind wir heut Vormittag im Getränkemarkt und geben das Leergut beim Herr Kohlhagen ab, wie sein Namensschildchen ihn ausweist, und kaum zehn Minuten später, wir zahlen einen Kasten A-Saft und zwei Kästen M-Wasser an der Kasse, bedient uns laut Kassenbon Frau Kohlhagen - und eins könnt ihr mir glauben: in beiden Fällen war es dieselbe mürrisch-sexuelle personelle Besetzung. Beisetzung. Ach, ich komm langsam nicht mehr mit.

Kann das sich nicht mal entscheiden?


*
Frau Moll und ihr Futter, da lässt sie nicht drauf kommen. Das ist ihr Heiligtum. Da kann man ihr das Fell am Hinterkörper lichterloh in Brand setzen, solange in der vorderen, wichtigen Region um die Schnauze herum ein gut gefüllter Napf steht:
JUCHHU!


*
Wer einmal lügt,
dem glaubt man nicht.
Wer's zehnmal tut,
dem kann man glauben.
(Dass er lügt.)


*
Der Berliner Literaturagent war begeistert. Er schnappte beinahe über am Telefon. Er war bei der zweitgrössten Literaturagentur Deutschlands angestellt, und nur durch einen Kontakt war ich an ihn heran gekommen. Ich hatte ihm also eine Handvoll Texte geschickt, und die gefielen ihm auch soweit, Begeisterung indes löste etwas ganz anderes aus:
"Endlich mal ein Autor", jauchzte er, "der nicht in Berlin wohnt!"
Was soll man darauf antworten. Gar nichts.
Es war ja keine Frage.

Er forderte mehr Textproben an, und hatte auch schon eine Idee, wie man die Geschichten zu einem Roman verdichten könnte.
"Roman..?" entgegnete ich verdutzt.
"Na, eine Art Roman. Wir betten die stories in eine lockere Rahmenhandlung ein, das kriegen wir schon hin. Ein Roman muss heutzutage nicht mehr ein richtiger Roman sein, wie früher mal. Hauptsache, es steht Roman drunter. Sonst verkauft es sich nicht."

Ich hatte Bedenken, sagte aber nichts. Immerhin war er ein Profi, er kannte sich aus im Metier, und ich wohnte nicht in Berlin. Was sollte noch schief gehen? Ausserdem gab es da diese Kusine väterlicherseits. Hatte die nicht in die Berliner Charite eingeheiratet? Einen Herzchirug? Oberarzt? Chefarzt?
"Äh, woher, sagten Sie, kommen Sie?" erkundigte er sich geschäftig. "Aus..?"
"Solingen", sagte ich.
"Richtig! Solingen!! Und wo liegt das?"
"Im Bergischen Land."
Schweigen am Apparat.
"Zwischen Köln und Düsseldorf."
"Ahhh.. jaaah..!"

Eine Woche später kam eine e-mail aus Berlin, und es klang ernüchtert. Komischerweise, schrieb er, würden meine stories aus der Provinz zwar funktionieren, aber ein Roman..? Nein. Sorry.
Das schien ihm unmöglich.
"Setzen Sie sich hin, schreiben Sie einen Roman, und wenn der fertig ist, wäre ich gerne der Erste, der ihn in die Hände bekommt."
Viel Glück und so.
Vielleicht hätte ich das mit der Kusine väterlicherseits doch mal erwähnen sollen.

Der nächste Versuch kam erst gar nicht in die Garage. Ein mir bekannter Blogger hatte mich bei einem kleinen, aber feinen Münchener Verlag angekündigt, er ist nämlich mit dem Verlagsgründer per Du.
"Du, ich kenn da jemanden, den Glumm. Der schickt dir mal was."
"Glumm? Was ist das?"
"Ein Blogger, aber.."
"Was..!? Ein Blogger?? Oh mein Gott - nicht schon wieder so ein Vogel!"
Er hatte keine gute Erfahrung gemacht, mit einem Blogger. Und so hatte sich das mit dem kleinen, aber feinen Verlag schnell erledigt.

Mit einem anderen Verlag, auch klein, nicht ganz so fein, kam es immerhin zu einem Mini-Kontakt. Ich schickte per e-mail einige Texte rüber, und die Antwort liess nicht lange auf sich warten.
"Was Sie schreiben, klingt recht kurzweilig. Und wenn Sie das alles wirklich selber geschrieben haben, würde ich sogar soweit gehen, meinen Hut vor Ihrem Talent zu ziehen."
Diesem Drecksack hab ich keine Zeile mehr gewidmet.
Wenn er das überhaupt selbst geschrieben hatte.
1.3.07 13:49


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