Vom räudigen Leben, der Wucht & dem Nimbus
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TAGE, WIE STREUOBST (702)

1
Wie unbeschwert und weltoffen dieses Land geworden ist, während der Weltmeisterschaft! Da geh ich heut morgen die von deutschen und italienischen Flaggen trunkene Kasinostrasse entlang und höre zufällig, wie sich zwei junge Burschen begrüßen. Der eine, Friedhofsgärtner, fegt mit geradezu südeuropäischer Grandezza den Eingang zur Kapelle, der andere, Briefzusteller der holländischen TNT-Post, trägt stolz das Tattoo eines andalusischen Hengstes auf dem Oberarm.
"Alter..! Allet klar?"
"Muß. Und selbs'?"
"Sauber."

2
Buchstabensuppe? Hat doch jeder. Bei uns gibt es heute leckere Sprachnudeln, Linguini.

3
Das genialische
"(I've got you) Under my skin" von Frankieboy
übersetzt die Gräfin zum Nachtisch mit
"(Du klebst mir) Unterm Kinn".
(Doppeldichtung Sinatra/Gräfin.)

4
Nach dem Siegtor im Fernsehen schnappen wir uns den Hund und gehen eine Runde in den Park, sie barfuss. Da liegt ein Tennisball auf der Wiese. Die Gräfin lupft ihn in die Höhe. Ganz leicht, wie Zizou.
"He! Eins a!" sag ich anerkennend. "Dafür dass du barfuss kickst."
"Baby", sagt sie, "ich schaufel die Pille mit dicken Gummistiefeln ins Netz, ich mach es dir in Schläppchen und wenn's drauf ankommt, dann tunnel ich dich auch auf High Heels."
Was soll man da sagen? Wo es doch jede Sekunde darauf ankommt.

5
Die Tage vergehen
wie Streuobst.

6
"He, was ist das denn?! Hat da jemand in die Ecke gepinkelt??" dreht der Busfahrer den Kopf nach hinten, immer der schmalen Spur nach. Sie endet auf dem Boden unterm Behindertensitz, direkt in seinem Rücken.
"Sieht eher klebrig aus", sag ich und steck das gerade bezahlte Ticket in die Hemdtasche. "Wie Limo."
"Hm", sagt er besänftigt und lässt den langen Gelenkbus anrollen, mit einem kurzen trockenen Ruck, der auch die Pisse wieder in Bewegung setzt. Ein Busfahrer muss nicht mit jedem Scheiss belästigt werden, meine ich.

7
Von der ersten Spielminute an stand der dicke Brasilianer vor dem gegnerischen Strafraum herum und tat so, als wartete er auf einen Kumpel, aber da kam kein Kumpel, also wartete er weiter, setzte mehr Fett an und knöselte in der Nase bis kurz vor Spielschluß ein Ball in seine Richtung kullerte. "Ayy, da ist ja mein Kumpel!" schluchzte der Dicke und trat drüber.


aus:
WARUM BRASILIEN KEIN WELTMEISTER WURDE, DIESMAL!
(Glumm)
2.7.06 17:17


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